Single Daily
af

Lars Geerdes

Oberste Gesundheitsbehörde auf Konfrontationskurs

Die Weltgesundheitsorganisation warnt, dass Dänemark noch mehrere Monate geschlossen bleibt, wenn man nicht anfängt, wesentlich mehr Personen auf Corona zu testen. Sundhedsstyrelsen winkt ab: Hier herrschen andere Verhältnisse.
Die Weltgesundheitsorganisation warnt, dass Dänemark noch mehrere Monate geschlossen bleibt, wenn man nicht anfängt, wesentlich mehr Personen auf Corona zu testen. Sundhedsstyrelsen winkt ab: Hier herrschen andere Verhältnisse.

Kopenhagen. Die oberste Gesundheitsbehörde Dänemarks, Sundhedsstyrelsen, will nach wie vor die Frage nicht eindeutig beantworten, ob man der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zustimmt, die empfiehlt, dass Dänemark mehr Menschen als bisher auf das Corona-Virus testen sollte. Das wurde bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Kopenhagen deutlich.

»Wir schauen uns das an. Aber man muss die WHO-Empfehlungen unter Vorbehalt betrachten, denn diese sind sehr eng gefasst. Es ist wichtig zu unterstreichen, dass verschiedene Länder auch verschiedene Gesundheitssysteme haben«, sagte Planungschefin Helene Probst von der Gesundheitsbehörde.

Helene Probst von Dänemarks oberster Gesundheitsbehörde während der Corona-Pressekonferenz am Mittwoch. Ida Guldbæk Arentsen, Ritzau Scanpix

Laut der Zeitung »Berlingske« meint die WHO, dass Dänemark noch viele Monate lang »geschlossen« bleibe, wenn es nicht seine Strategie dahingehend ändere, dass mehr Menschen mit Symptomen getestet werden. Darüber hinaus sollten Menschen, die infiziert sind oder Kontakt zu Infizierten hatten, identifiziert und unter Quarantäne gestellt werden.

Wie zuvor der Direktor der Sundhedsstyrelsen, Søren Brostrøm, sagte Helene Probst am Mittwoch, dass die Behörde weiterhin selbst die Empfehlungen der WHO bewerten wolle.

In jüngster zeit nahm die Kritik an der obersten Behörde zu, weil die WHO-Empfehlung, wesentlich mehr Menschen zu testen, ignoriert wurde.

»Was die dänische Bevölkerung angeht, können wir das tun, denn sie ist gut ausgebildet und nicht unbedingt vergleichbar mit anderen Ländern, wo die Menschen die Aussagen ihrer Gesundheitsbehörden vielleicht nicht so gut verstehen«, sagte Helene Probst.

Auch mental gut durch die Krise

Stattdessen hat Sundhedsstyrelsen eine Liste mit elf guten Ratschlägen veröffentlicht, wie die Dänen körperlich und mental gut durch die Krise kommen können.

Dazu gehört unter anderem, dass man für genügend Schlaf sorgen und auch das Hirn in Gang halten soll. Ebenso sollte man eine feste Struktur in den Alltag bringen. Laut der Behörde sei es von Vorteil, auch mal darauf zu verzichten, die Nachrichten zu verfolgen, da dies Ängste auslösen könne, die ebenfalls krank machen.

Die Ratschläge gelten allen, die zuhause arbeiten oder deren Schulen und Institutionen geschlossen wurden, sowie den besonderen Risikogruppen, die sich in Isolation befinden.

»Ein guter Rat von uns lautet, dass man ab und zu die Sorgen verdrängen sollte, indem man ein gutes Buch liest oder Musik hört«, sagte Helene Probst, die auch empfiehlt, nicht den ganzen Tag fernzusehen.

kommentar
deling del

Skriv et svar