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Lars Geerdes

Konsumklimaindex weiter im Keller

Trotz einer geringfügigen Verbesserung des Vertrauens der Verbraucher in die Zukunft ist es mehr als zehn Jahre her, dass der Konsumklimaindex so niedrig war.
Trotz einer geringfügigen Verbesserung des Vertrauens der Verbraucher in die Zukunft ist es mehr als zehn Jahre her, dass der Konsumklimaindex so niedrig war.

Kopenhagen. Der vom Dänischen Statistikamt allmonatlich vorgelegte Konsumklimaindex liegt aktuell bei minus 8,8. Für April war noch ein Wert von minus 11,9 ermittelt worden, das heißt, das Verbrauchervertrauen ist wieder etwas gewachsen, nachdem die während der Corona-Pandemie verhängten Restriktionen nun schrittweise gelockert werden.

Weil die Bekanntgabe der sogenannten Phase 2 der Lockdown-Aufhebung am 7. Mai genau in die Befragungsperiode fiel, hat das Statistikamt seine Ergebnisse noch einmal aufgeschlüsselt. So ergab sich für die Zeit vom 1. bis 7. Mai ein Wert von minus 9,2 und für die Zeit vom 8. bis zum 17. Mai von minus 7,4. Im zweiten Erfassungszeitraum wurden weniger Personen befragt, daher liege hier die statistische Unsicherheit etwas höher, schreibt das Statistikamt in einer Pressemitteilung.

Eine größere Konsumbereitschaft der dänischen Verbraucher hat im Mai den Konsumklimaindex nach oben gezogen. Foto: Henning Bagger, Ritzau Scanpix-Archiv

Aus den Befragungen ergibt sich, dass die Bevölkerung ihre eigene wirtschaftliche Lage in einem Jahr positiver sieht als heute. Gleichzeitig ist die Konsumbereitschaft gestiegen. Negativ wirkt sich hingegen die Erwartung aus, dass die Wirtschaft Dänemarks in einem Jahr schlechter dastehen werde und die Arbeitslosigkeit dann höher liege als heute. Im Vergleich zum April werden aber auch diese beiden Indikatoren jetzt weniger negativ gesehen.

»Auch wenn das Verbrauchervertrauen weiterhin auf einem extrem niedrigen Niveau liegt, ist es positiv, dass der extreme Rückgang der vergangenen Monate gestoppt ist«, sagte Chefökonom Tore Stramer von der Dänischen Handelskammer (Dansk Erhverv) der Nachrichtenagentur Ritzau.

Für Chefökonom Jeppe Juul Borre von Arbejdernes Landsbank zeigen die Zahlen, dass die Dänen sich mehr um die Zukunft des Landes als um ihre eigene sorgen. »Mit anderen Worten die Befürchtung, dass es ’den Nachbarn’ schlimmer trifft als einen selbst.«

»Darüber können wir uns freuen, denn es illustriert die Bereitschaft der Dänen, im Takt mit der Lockdown-Aufhebung den Verbrauch anzukurbeln«, sagt Borre.

Der Immobilienvermittler EjendomDanmark begrüßt die steigenden Konsumerwartungen. Dies sei eine gute Nachricht für die Geschäftsleute, die während der Krise keine Kunden hatten, und auch für die Vermieter von Geschäftsräumen, die ihren Mietern in vielen Fällen durch die Gewährung eines Zahlungsaufschubs vor der Pleite bewahrt hätten, wird Geschäftsführer Jannick Nytoft in einer Pressemitteilung von EjendomDanmark zitiert.

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