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Lars Geerdes

Institutschef tritt zurück

Kammeradvokat empfiehlt Disziplinarverfahren gegen Mads Melbye, der bereits seit Dezember wegen des Verdachts auf Dienstvergehen suspendiert ist.
Kammeradvokat empfiehlt Disziplinarverfahren gegen Mads Melbye, der bereits seit Dezember wegen des Verdachts auf Dienstvergehen suspendiert ist.

Kopenhagen. Der geschäftsführende Direktor des Staatlichen Seruminstituts (SSI), Mads Melbye, ist von seinem Posten zurückgetreten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Er war bereits im Dezember vom Dienst freigestellt worden, als der Verdacht aufkam, er habe sich eines Dienstvergehens schuldig gemacht. Der Kammeradvokat, ein Ankläger im Dienst des Staates, hat dem Gesundheitsministerium empfohlen, ein Disziplinarverfahren gegen Melbye einzuleiten.

Die Aufdeckung mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten beim Staatlichen Seruminstitut (SSI) führen nun zum Rücktritt von Direktor Mads Melbye. Foto: Thorkild Amdi, Ritzau Scanpix-Archiv

Unabhängig vom Ausgang eines solchen Verfahrens, »ist das Vertrauen zwischen mir und dem Ministerium nicht vorhanden, daher finde ich es am richtigsten, jetzt zurückzutreten«, sagt Mads Melbye, der es »unverständlich« und »völlig ungerechtfertigt« nennt, dass das Ministerium den Kammeradvokaten überhaupt einschaltete.

»Ich bin tief erschüttert darüber zu erleben, welch großen Apparat man auf einer solch dünnen Grundlage in Gang setzen kann. Und es ist erschreckend zu erfahren, wie sehr eine solche Untersuchung jemandem schaden kann«, so Melbye weiter. Er habe sehr viel zu tun gehabt und dabei ein paar »politische Fußfehler« begangen, aber nichts, das eine solche Behandlung rechtfertigen würde.

Persönliche Interessen

Der Kammeradvokat wurde eingeschaltet, nachdem der Verdacht aufkam, leitende Mitarbeiter würden Interessen des Instituts mit privaten ökonomischen Interessen verknüpfen. Der Fall hat auch zu der Frage geführt, ob das Institut sich ausreichend gegen derartige Interessenskonflikte geschützt habe.

In seinem in der vergangenen Woche veröffentlichten Bericht kam der Kammeradvokat zu dem Schluss, dass mehrfach Regeln zur Befangenheit missachtet worden waren.

»Ernsthafte Verstöße gegen die Befangheitsregeln« habe es in Verbindung mit dem Antrag auf HIV-Patente sowie bei Verhandlungen über einen Lizenzvertrag mit dem Staatlichen Seruminstitut Indiens gegeben.

Mads Melbye kann der Darstellung des Kammeradvokaten jedoch nicht folgen:

»Ich würde morgen wieder die gleichen Entscheidungen treffen, die zum Vorteil des SSI waren, die aber jetzt vom Kammeradvokaten auf andere Weise beurteilt werden«, sagt Melbye.

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