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Lars Geerdes

EU möchte strengeren Naturschutz auch in Dänemark

Naturschutzverbände begrüßen EU-Naturplan als »Quantensprung«.
Naturschutzverbände begrüßen EU-Naturplan als »Quantensprung«.

Kopenhagen. Gute Neuigkeiten für die Natur sind in Europa eher selten, auch in Dänemark.

Eine neue Initiative der EU-Kommission zugunsten von mehr Biodiversität gebe jedoch Anlass zur Hoffnung, meinen mehrere Umweltorganisationen, darunter der Dänische Naturschutzverband (DN).

»Diese Strategie ist zweifellos ein Quantensprung beim übergeordneten Naturschutz in der EU. Nicht zuletzt für Dänemark, wo es bei sämtlichen Parametern bergab geht«, sagte die DN-Vorsitzende Maria Reumert Gjerding am Mittwoch.

Nach DN-Angaben unterliegen in Dänemark nur Flächen mit unberührtem Urwald den strengsten Naturschutzbestimmungen, wo keinerlei Eingriffe in die Natur erlaubt sind. Diese Flächen machen laut DN weniger als 0,5 Prozent der Gesamtfläche aus.

»Diese Strategie ist zweifellos ein Quantensprung beim übergeordneten Naturschutz in der EU. Nicht zuletzt für Dänemark«, sagt die Vorsitzende des Dänischen Naturschutzverbandes, Maria Reumert Gjerding (2.v.r.) über die »Biodiversitätsstrategie 2030« der EU-Kommission. Foto: Liselotte Sabroe, Ritzau Scanpix

Die EU-Kommission will diesen Anteil laut ihrer »Biodiversitätsstrategie 2030« in der gesamten EU auf zehn Prozent steigern.

Darüber hinaus sollen je 30 Prozent der Land- und der Wasserfläche unter einfachen Naturschutz gestellt werden. Hier liegt Dänemark bislang bei 8,4 Prozent.

»Somit gibt es für Regierung und Folketing genug zu tun«, sagt Maria Reumert Gjerding.

Beim Weltnaturfonds WWF nennt Biologe Thor Hjarsen die EU-Strategie eine »wirklich gute Nachricht für die Natur«.

»Das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass die Kommission den schlechten Zustand und den unzureichenden Einsatz für die Natur zu Lande und zu Wasser nicht länger akzeptiert«, sagt er.

Während die dänische Regierung laut Umweltministerium bereits an einem »Natur- und Biodiversitätspaket« arbeitet, gibt es in der bürgerlichen EVP-Fraktion im Europaparlament laut Nachrichtenagentur Ritzau Widerstand gegen die Biodiversitätsstrategie der Kommission, während Sozialdemokraten und Grüne dafür sind. Allerdings hätten sie sich mehr verpflichtende Zielsetzungen gewünscht.

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