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Lars Geerdes

Arbeitslosenquote stieg im Mai auf 5,6

Trotz Konjunkturprogrammen und Staatshilfen stieg die Arbeitslosigkeit im Mai durch die Coronakrise an. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.
Trotz Konjunkturprogrammen und Staatshilfen stieg die Arbeitslosigkeit im Mai durch die Coronakrise an. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Kopenhagen. Der weitere Anstieg der Arbeitslosigkeit im Mai auf eine Quote von 5,6 Prozent bedeutet, dass 6200 Vollzeitbeschäftigte in dem Monat ihre Arbeit verloren. Das zeigen die neuesten Zahlen des Dänischen Statistikamtes. Diese sind saisonbereinigt und immer auf Vollzeitstellen umgerechnet. Damit stellen sie das wichtigste Instrument zur Beobachtung des Arbeitsmarktes dar.

Addiert man die Zahlen für März und April dazu, um den gesamten bisherigen Einfluss der Corona-Pandemie auf den dänischen Arbeitsmarkt zu messen, war die Zahl der Arbeitslosen Ende Mai um knapp 56.000 auf 156.400 gestiegen. Die Quote von 5,6 Prozent ist gleichzeitig der höchste Stand seit Dezember 2012, wie der Dänische Gewerkschaftsbund (FH) in einer Pressemitteilung schrieb.

Die Coronakrise hinterlässt tiefe Spuren auf dem dänischen Arbeitsmarkt. Und ein Ende dieser Entwicklung ist angesichts auslaufender Konjunkturprogramm nicht abzusehen. Foto: Thomas Lekfeldt, Ritzau Scanpix-Archiv

Laut FH haben somit die staatlichen Konjunkturprogramme und Finanzhilfen – etwa zum Lohnzuschuss für Arbeitnehmer auf Kurzarbeit Null – nicht alle Folgen des Coronalockdowns auffangen können.

Nicht überraschend

»Der Anstieg im Mai kommt nicht gerade überraschend«, kommentiert Chefökonom Troels Kromand Danielsen vom Institut Nykredit unter Hinweis auf die wöchentlich veröffentlichten Zahlen des Beschäftigungsministeriums, die zwar nicht bereinigt sind, aber die allgemeine Tendenz gut abbilden. Auf dieser Grundlage stehe auch bereits fest, dass die Arbeitsmarktkrise längst nicht vorbei ist.

»Viele Unternehmen ziehen nun die Konsequenzen aus den abgeschwächten Geschäftsmöglichkeiten und werfen das Handtuch und passen ihren Mitarbeiterstab an. Damit wird es in den kommenden Monaten weiterhin mehr Arbeitslose geben«, so Danielsen.

Dazu werde auch das Auslaufen mehrerer Konjunkturprogramme beitragen und nicht zuletzt, dass bereits ausgesprochene Kündigungen von Arbeitnehmern mit dreimonatiger oder längerer Kündigungsfrist erst im kommenden Monat in der Statistik auftauchen werden, sagt FH-Ökonomin Mette Hørdum Larsen.

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