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Lennart Adam

Zahl der Berufspendler auf 23.000 gestiegen

Teure Mieten und Job-Wachstum in Städten zwingen viele zum Pendeln, auch in Flensburg. Das geht aus einer Mitteilung der IG Bauen-Agrar-Umwelt hervor.
Teure Mieten und Job-Wachstum in Städten zwingen viele zum Pendeln, auch in Flensburg. Das geht aus einer Mitteilung der IG Bauen-Agrar-Umwelt hervor.

Die Zahl der Berufspendler in Flensburg hat einen neuen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr kamen rund 23.000 Menschen zum Arbeiten regelmäßig von außerhalb in die Stadt – das sind 20 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte Flensburg noch rund 19.000 sogenannte Einpendler, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU beruft sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt-und Raumforschung (BBSR).

Gewerkschafter Arno Carstensen spricht von einem »alarmierenden Trend«. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Städten.

»Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise aber gerade dort nicht mehr leisten, wo in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden sind«, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Schleswig-Holstein Nord.

Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler in Flensburg mittlerweile gang und gäbe, betont Carstensen.

»Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.« Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2-Emissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs.

Die IG BAU warnt vor einer Zunahme der Pendlerzahlen, sollte sich das Wohnen noch weiter vom Arbeiten entfernen. Nötig sei eine »drastische Wende« in der Wohnungsbaupolitik.

»Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen. Es fehlen vor allem Wohnungen im sozialen und im bezahlbaren Segment«, so Carstensen.

Massive Investitionen seien aber auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar, um die Pendler zu entlasten.

»Vor allem beim Schienen-, Straßen-und Radwegenetz ist der Nachholbedarf groß«, macht Carstensen deutlich. Einen entscheidenden Beitrag gegen den »Pendel-Frust« könnten zudem die Firmen leisten – indem sie es ihren Beschäftigten leichter machen, in Gleitzeit oder im Home-Office zu arbeiten.

Bundesweiter Trend

Die Pendler-Problematik in Flensburg ist Teil eines bundesweiten Trends: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im letzten Jahr 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zur Arbeit.

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