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Volker Metzger

Verein aus der Taufe gehoben

Aus dem Aktionsbündnis »Schwimmhalle für Kappeln« ist jetzt ein gemeinnütziger Verein erwachsen.
Aus dem Aktionsbündnis »Schwimmhalle für Kappeln« ist jetzt ein gemeinnütziger Verein erwachsen.

 

Die Mitglieder der Initiative »Schwimmhalle für Kappeln« beweisen nicht nur einen langen Atem: Das Aktionsbündnis, dass sich für den Bau einer Schwimmhalle in der Region Kappeln einsetzt, geht den nächsten Schritt – die Interessengemeinschaft hat einen gemeinnützigen Verein gegründet und heißt jetzt offiziell »Schwimmhalle für Kappeln e.V.«

 

Großer Bedarf

»Eine Schwimmhalle wird nach wie vor dringend gebraucht, wie Zahlen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft belegen. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Ertrunkenen nämlich auf einem hohen Niveau mit durchschnittlich 417 Ertrunkenen jährlich geblieben«, betont Swantje Schmagold-Trocha.

Die 1. Vorsitzende erläutert: »Ein Grund liegt unter anderem in der mangelnden Schwimmausbildung, denn immer weniger Kinder können sicher schwimmen.« 60 Prozent der Zehnjährigen seien laut DLRG-Angaben keine guten Schwimmer, 25 Prozent der Grundschulen hätten keinen Zugang zu einem Schwimmbad oder müssten lange Wege in Kauf nehmen.

Dazu Swantje Schmagold-Trocha: »Das beklagen auch die Schulen in der Region Kappeln. Der im Lehrplan vorgeschriebene Schwimmunterricht kann nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen angeboten werden.«

 

Rettungsschwimmer

Von den Auswirkungen ist auch die Sicherheit an den Stränden in und um Kappeln betroffen, wo es an ausgebildeten Rettungsschwimmern fehlt. Bezeichnend für den Ernst der Lage: Einer Privatperson war zu verdanken, dass eine am Weidefelser Strand in Not geratene 16-jährige Stand-up-Paddlerin aus der Ostsee gerettet werden konnte.

»Der Weidefelder Strand ist mit Rettungsschwimmern unterbesetzt, einige Abschnitte des Strandes nicht gesichert. Die Rettungsschwimmer vor Ort versuchen dabei ihr Möglichstes, um für die Sicherheit der Anwesenden zu sorgen, können aber nicht den gesamten Strand bewachen«, erklärt Swantje Schmagold-Trocha.

 

Schwerer Stand

Zeiten, in denen die Strandwache am beliebten Strand ausnahmslos von Rettungsschwimmern der heimischen DLRG Kappeln besetzt werden konnte, gehören längst der Vergangenheit an. Ohne die Hilfe von ehrenamtlichen Rettungsschwimmer aus ganz Deutschland sehe es in puncto Strandwache in Kappeln ganz düster aus.

»Die Rettungsschwimmausbildung kann mangels Schwimmhalle nicht das ganze Jahr über erfolgen und Kinder und Jugendliche wählen dann eine Sportart, die sie das ganze Jahr ausüben können. Es fehlt an Nachwuchs, an guten Schwimmern, die sich zu Rettungsschwimmern ausbilden lassen«, stellt die 1. Vorsitzende fest.

 

Schwimm-Angebot

Der Verein Schwimmhalle für Kappeln möchte das ändern und nicht nur für eine gute Rettungsschwimmausbildung sorgen, sondern auch Menschen jeder Altersgruppe ganzjährig das Schwimmen ermöglichen.

In Zeiten, in denen bundesweit immer mehr Schwimmbäder schließen, gelte es in der Region Kappeln für ein ganzjähriges Schwimm-Angebot zu sorgen.

Um auf sich und ihr Vorhaben gezielt aufmerksam zu machen, lädt der junge Verein zu einer bunten und programmreichen Auftakt-Veranstaltung (10. November 2019 von 11 bis 16 Uhr) in die Alte Eule nach Kappeln ein.

Weitere Informationen gibt es unter fla.de/yyxMy.

 

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