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Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schleswig-Holstein nimmt besonders schutzbedürftige Flüchtlinge auf

Die ersten 22 von 500 besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen, die Schleswig-Holstein im Rahmen eines Landesprogramms aus humanitären Gründen aufnimmt, sind in Deutschland eingetroffen. Sie seien am Donnerstag in Berlin gelandet, teilte ein Sprecher des Landesamts für Ausländerangelegenheiten mit. Noch am Abend sollten sie mit einem Bus in die Erstaufnahme Boostedt bei Neumünster gebracht werden. Es handelt sich nach Angaben des Innenministeriums um Menschen verschiedener Nationalitäten mit besonders harten Schicksalen aus einem Flüchtlingslager in Ägypten. Im Januar sollen sie auf Kommunen im Norden verteilt werden.

»Für diese 22 schutzbedürftigen Menschen beginnt heute ein neues und hoffentlich besseres Leben in Frieden und Sicherheit«, sagte der FDP-Landtagsabgeordnete Jan Marcus Rossa. Die Landesregierung von CDU, Grünen und FDP setze mit dieser freiwilligen Aufnahme ein wichtiges Signal in den gegenwärtigen Debatten zur Flüchtlingspolitik, »die auf Abschottung ausgerichtet sind. Es ist ein klares Bekenntnis, dass wir Menschen, die in Not sind, helfen wollen und müssen.«

Schleswig-Holsteins Flüchtlingsbeauftragter Stefan Schmidt lobte die Aufnahme: »Während sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union ihrer Zuständigkeit in der Flüchtlingsaufnahme entziehen, erleben wir, dass Zivilgesellschaften in Schleswig-Holstein, aber auch deutschland- und europaweit eine Festung Europa ablehnen und selbst Verantwortung übernehmen.« Schmidt hält ein deutlich höheres Kontingent von Resettlement-Flüchtlingen für dringend geboten.

»Die Menschen, die in diesem Programm ausgewählt wurden, haben in ihren Herkunftsländern und auf der Flucht unsagbares Leid erfahren«, sagte Schmidt. »Viele sind traumatisiert.« Dass bisher vornehmlich Familien berücksichtigt wurden, hält der Flüchtlingsbeauftragte für richtig. Gleichzeitig betonte er: »Es bleibt wichtig, bei der Auswahl in Kairo gezielt Frauen anzusprechen. Fliehende Frauen und ihre Kinder müssen viele Formen von Gewalt und Verfolgung erfahren. Sie sind deshalb auf humanitäre Aufnahmeprogramme besonders angewiesen.« dpa

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