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Volker Metzger

Kirche setzt auf E-Mobilität

Kirchenkreis Schleswig-Flensburg und Stadt Kappeln wollen E-Carsharing in Kappeln etablieren.
Kirchenkreis Schleswig-Flensburg und Stadt Kappeln wollen E-Carsharing in Kappeln etablieren.

Kommt E-Carsharing jetzt auch nach Kappeln? Wenn es nach den Vorstellungen von Stadt und Kirchenkreis Schleswig-Flensburg geht, dann heißt die Antwort: ja. Der Plan für das »Teilen eines elektrobetriebenen Autos« ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, nun geht es um die praktische Umsetzung eines Projektes, mit dem sich vor allem der ev. luth. Kirchenkreis seinem selbstgesteckten Klimaschutz-Ziel ein Stück weit nähern möchte.

»Die Nordische Kirche hat beschlossen, bis 2050 bei Gebäuden und Mobilität eine CO2-Neutralität zu erreichen«, betonte Ingo Gutzmann, Leiter des Regionalzentrums.

CO2-Neutralität

Die rund 20 Mitarbeiter des Kirchenkreises seien »in unserem Flächenkreis viel unterwegs und sorgen bei den Fahrten für viel CO2-Ausstoß.« Hier gelte es den umweltschonenden Hebel anzusetzen und soweit wie möglich den Bedarf von insgesamt rund 60.000 Kilometer Fahrstrecke pro Jahr mit »klimafreundlicher Mobilität« zu decken.

Auf der Suche nach einem Kooperations-Partner stießen die Initiatoren des Pilotprojektes im Rathaus auf offene Türen. Immerhin verfolgen dort Bürgermeister Heike Traulsen und die Stadtverantwortlichen von Verwaltung und Politik bereits seit 2017 die Idee eines E-Carsharing für die Schleistadt, hatten das Vorhaben allerdings aus rein steuertechnischen Gründen zuletzt »auf Eis gelegt«, wie Traulsen betonte.

Offene Arme

Umso erfreuter zeigte sich der Verwaltungs-Chef von dem Vorstoß der Kirchen-Mitarbeiter und stimmte einer Zusammenarbeit prompt zu.

»Der grundsätzliche Beschluss seitens der Politik liegt ja schon länger vor und erst vor einigen Wochen habe ich den Auftrag erhalten, mich nach einer Alternative umzusehen, wie wir E-Charsharing in Kappeln anbieten können«, berichtete Traulsen anlässlich einer kleinen Presserunde, in der Eike Melzer im Mittelpunkt stand.

Der junge Hochschulabsolvent (Fachhochschule Heide) hatte für seine Masterarbeit einen Auftrag des Kirchenkreises angenommen und ein kirchliches E-Carsharing-Konzept für Kappeln entwickelt.

Externe Nutzer

Um den erwarteten finanziellen Unterschuss für zwei E-Automobile so gering wie möglich zu halten, soll das Angebot des E-Carsharing auch für die Öffentlichkeit gelten.

Dazu erläuterte Insa Krempin (Klimaschutzbeauftragte des Kirchenkreises): »Je mehr Nutzer wir haben, desto besser ist die Wirtschaftlichkeit des Projekts.«

Und mit Blick auf die Umwelt hoffen die Verantwortlichen mit dem Einsatz eines E-Autos jährlich rund eine Tonne CO2-Ausstoß einsparen zu können.

Dazu Traulsen: »Ob nun die E-Mobilität beim Klimaschutz der Weisheit letzter Schluss ist, weiß ich nicht. Jedenfalls bedeutet sie einen Zwischenschritt, denn wir können nicht immer nur reden, sondern müssen auch handeln.«

Innenstadt

Geplant ist die beiden Fahrzeuge in der Innenstadt zu platzieren, ein Standort für eine Ladestation ist vor dem Rathaus vorgesehen.

Über die genauen Modalitäten wollen sich jetzt die Mobilitäts-Partner in den nächsten Wochen und Monaten verständigen. Der Startschuss für das E-Carsharing in Kappeln soll in rund einem halben Jahr fallen.

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