Single Daily
af

Volker Metzger

Integration ganz praktisch

Das Technische Hilfswerk stellte jungen Geflüchteten am BBZ seine Arbeit vor.
Das Technische Hilfswerk stellte jungen Geflüchteten am BBZ seine Arbeit vor.

 

Thorsten (th.) und Sebastian Wiener erklären Flüchtlingen wie man einen Pahlsteg knotet und die arbeit des THW am 23.09.2019 in Schleswig. Foto: Martin Ziemer
Sebastian Wiener erklärt Flüchtlingen wie man einen Pahlsteg knotet und die arbeit des THW am 23.09.2019 in Schleswig. Foto: Martin Ziemer

 

Als Gruppenleiter Thorsten Wiener die mächtige und schwere, hydraulische Spreizschere aus dem Einsatzfahrzeug des Technischen Hilfswerks (THW) holte und sie einem Schüler in die Hände drückte, ging schon ein leichtes Raunen durch die Gruppe junger Geflüchteter, die sich um das große Fahrzeug auf dem Parkplatz versammelt hatte.

Ob der Eindruck der Aktion am Ende groß genug war, um den einen oder anderen jungen Menschen von der ehrenamtlichen Arbeit des THWs zu begeistern und zum Mitmachen zu animieren, bleibt allerdings abzuwarten. Auf die Frage in die Runde, ob sich jemand denn vorstellen könne, bei Hilfsorganisationen mit anzupacken, herrschte zumindest noch leichte Zurückhaltung.

Integration

»Ehrenamtliches Engagement ist sehr wichtig und hilft außerdem gut bei der Integration«, betonte Nerijus Grigas-Pluhar.

Für den Koordinator der DaZ-Klassen am Berufsbildungszentrum (BBZ) Schleswig, in denen seit Jahren junge Geflüchtete geschult werden, hatte die kleine Vorführung des Technischen Hilfswerks dann auch eine besondere Note: »Wenn die jungen Leute bei Organisationen wie dem THW mitmachen würden, bekämen sie eine tolle Ausbildung als ehrenamtlicher Retter und Helfer. Sie hätten in ihrer Freizeit eine sinnvolle Beschäftigung, würden etwas wichtiges erlernen und zugleich integriert werden. Das wäre doch super«, so der Koordinator.

Bedeutung

Auch wenn sich in Länder wie Syrien, Irak oder Afghanistan kein passendes Wort für »Ehrenamt« finden lässt, so hatten die DaZ-Schüler dessen Bedeutung schnell verstanden.

Schließlich hatte THW-Mitarbeiter Thorsten Wiener zur Einstimmung einen kleinen Erklärfilm über das THW gezeigt, dem auf dem Parkplatz an der Sporthalle der praktische Teil folgte. Hier erhielt Wiener von seinem Sohn Steffen fachkundige Unterstützung bei der Vorstellung der verschiedenen THW-Dienstleistungen, die vor allem bei den jungen Männer Interesse weckten.

»Es ist doch für beide Seiten eine gute Sache. Wir gewinnen vielleicht den einen oder anderen Helfer dazu und die jungen Geflüchteten können sich leichter integrieren«, meinte Steffen Wiener, der binnen weniger Minuten schon die ersten Erfolgserlebnisse beim Knotenbinden vermitteln konnte.

kommentar
deling del

Skriv et svar