Ex-Flensburger Ty Reed: »Das ist unser WM-Titel«

Erstmal wollen die US-Boys Party machen. Wie es für Ty Reed in Zukunft weiter geht, ist noch offen.

Ty Reed ist mehr als zufrieden mit dem WM-Ergebnis der USA.
Ty Reed ist mehr als zufrieden mit dem WM-Ergebnis der USA. Foto: Jozo Cabraja, kolektiff

Ruwen Möller

rm@fla.de

mandag d. 23. januar 2023, kl. 20:21

Malmö. Er durfte zum Abschluss zwar nicht spielen, aber das Tat der Freude keinen Abbruch. Ty Reed reihte sich selbstverständlich in die Jubeltraube seiner Teamkollegen ein. Die US-Handballer feierten den 24:22-Erfolg im abschließenden Hauptrunden-Spiel der Weltmeisterschaft gegen Belgien wie eine Goldmedaille.

»Das ist unser WM-Titel«, so Reed, der einst für die SG Flensburg-Handewitt II auflief und auch ab und an bei den Profis aushalf. Sein Team gehört zu den großen Überraschungen der WM und beendete das Turnier so, wie es begonnen hatte: mit einem Sieg. Der 28:27-Erfolg zum Auftakt gegen Marokko war der historisch erste Sieg der Amerikaner bei einer WM überhaupt. Jetzt ließen sie direkt den zweiten folgen und werden am Ende unter den besten 20 Nationen der Weltmeisterschaft landen - das beste Ergebnis seit 1993 (Platz 16, damals nahmen allerdings auch nur 16 Nationen teil).

»Es war gigantisch, ich freue mich für das ganze Team. Dafür sind wir hergekommen. Wir beenden das Turnier mit einem Sieg gegen gute Belgier«, so Reed. »Jetzt machen wir Party. Einige müssen früh zurück, aber wir werden feiern heute.«

Während die Zukunft des US-Teams gesichert ist - bei den nächsten beiden WM-Turnieren 2023 sowie 2025 ist das Team dank einer Wildcard bereits qualifiziert und 2028 finden die Olympischen Spiele in Los Angeles statt - wird sich die handballerische von Ty Reed erst noch klären.

Seit zwei Jahren lebt er wieder in den USA, in Washington D.C. und ist voll berufstätig. »Es ist schwierig. Es gibt keine Clubs auf dem notwendigen Niveau«, erklärt der Rechtsaußen, der während der WM mit Nationaltrainer Robert Hedin gesprochen hat. »Ich hoffe, ich kann so lange fortsetzen wie möglich. Aber am Ende ist es eine Entscheidung des Trainers, auch mit seinem Team.« Der 30-Jährige gehört ohne Zweifel zu den Spielern mit der meisten Erfahrung im Team und würde »es lieben«, wieder für das Team aufzulaufen. Er sagte aber auch: »Es ist schwierig, ohne Training in Form zu bleiben, aber ich werde schauen, ob ich nochmal in Europa trainieren kann. Bis Olympia ist es vielleicht ein bisschen lange hin, aber mal sehen, was passiert, jetzt werden wir das hier erstmal genießen.«