Endlich wieder Schwimmen pur

Der 47. Internationale Förde-Pokal des Flensburger Schwimmklubs war ein voller Erfolg.

Die Schwimmer flogen förmlich durch das Wasser beim 47. Internationalen Fördepokal.
Die Schwimmer flogen förmlich durch das Wasser beim 47. Internationalen Fördepokal. Foto: Lars Salomonsen

Kai Teichmann

sport@fla.de

tirsdag d. 13. september 2022, kl. 10:04

Der Flensburger Schwimmklub (FSK) war am Wochenende Gastgeber des 47. Internationalen Förde-Pokals. Für das internationale Flair sorgten dabei Teilnehmer vom Svømmeklubben Sønderborg. Das traditionsreiche Event konnte erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie ohne Einschränkungen durchgeführt werden. 

»Dass wir einfach den Schwimmsport genießen konnten, ohne uns mit Hygienekonzepten oder Auflagen beschäftigen zu müssen, war für uns das Highlight«, hob FSK-Schwimmwart Ulrike Thielemann hervor. Auch wenn die Zahlen noch nicht wieder das »vor-coronare« Niveau erreicht haben, war an beiden Wettkampftagen mächtig Betrieb im Campusbad. 

313 Schwimmerinnen und Schwimmer absolvierten über 1.800 Einzelstarts in 40 Wettbewerben. Etwa 30 Kampfrichter sorgten für einen regelgerechten Ablauf im Becken, außerhalb davon rund 30 weitere Freiwillige unter anderem für das leibliche Wohl von Athleten und Zuschauern. Ein großer Anteil dieser ehrenamtlichen Arbeit wird dabei von den Eltern der Schwimmer übernommen.


Mit Argusaugen waren die Kampfrichter am Werk. - Foto: Lars Salomonsen

Schwimmsaison eingeläutet

»Mit dem Internationalen Förde-Pokal beginnt traditionell die Schwimmsaison in Schleswig-Holstein«, erklärte FSK-Trainer Christian Krämer. Dabei richtet sich die Veranstaltung sowohl an Breiten- wie auch an Leistungssportler. Auch der Mannschaftsgedanke wird hochgehalten. Dabei sicherte sich der SV Neptun Kiel die Teamwertung und damit den Fördepokal, die Flensburger Vereine TSB (4.) und Ausrichter FSK (6.) waren im vorderen Mittelfeld dabei.

Der ausrichtende Verein konnte sich zudem über Lene Thielemann freuen, die als Jahrgangsbeste über 1.500 Meter Freistil (19:43,14 Minuten) als beste Nachwuchssportlerin ausgezeichnet wurde. Gleich zwei Sieger gab es beim männlichen Nachwuchs, Ben Buchholz (SG Wasserratten Norderstedt) und Nils Nolte (SV Neptun Kiel) waren punktgleich. In den Staffelwettbewerben dominierten ebenfalls die Schwimmer aus Norderstedt und Kiel. Für die absoluten Spitzenleistungen sorgte vor allem ein junger Lübecker vom SC Delphin. Kirill Lammert stellte über 50 Meter Rücken in 25,34 sowie über 50 Meter Schmetterling in 24,11 Sekunden Veranstaltungsrekorde auf und war auch beim Schluss- und Höhepunkt der Veranstaltung nicht zu schlagen.

Der 47. Internationale Förde-Pokal schloss wie gewohnt mit einer »Flensburger« Erfindung, nämlich dem Knock-Out-Schwimmen. Dabei treten die jeweils besten acht Schwimmerinnen und Schwimmer über 100 Meter Lagen gegeneinander an. Geschwommen wird jeweils über 50 Meter, der Schwimmstil wird vor jedem Rennen ausgelost. Die jeweils letztplatzierten scheiden aus. Vor dem Favoritensieg von Lammert bei den Herren siegte unter ohrenbetäubendem Jubel Cathy Milena Heuber vom Ausrichter FSK bei den Damen.


Am Beckenrand und auf der Tribüne war beim 47. Internationalen Fördepokal im Campusbad viel los. - Foto: Lars Salomonsen

Sorge beim FSK

Die Verantwortlichen beim Flensburger Schwimmklub freuen sich über die gelungene Veranstaltung, blicken jedoch auch mit Sorge in die nähere Zukunft. Denn die drastisch gestiegenen Energiepreise haben zu Diskussionen darüber geführt, ob die Wassertemperaturen in Schwimmbädern abgesenkt werden sollten. Trainer Christian Krämer wendet ein: »Wir liegen bei 26 Grad Wassertemperatur im Vergleich mit anderen Schwimmhallen schon im unteren Bereich. Eine weitere Absenkung würde das Sportangebot erheblich beeinträchtigen, gerade bei den Kindern.« 

Der erfahrene Übungsleiter fürchtet noch mehr eine weitere Maßnahme: »Der Schwimmsport hat während der Corona-Zeit gelitten, eine zeitweise Schließung von Schwimmhallen wäre ein weiterer Nackenschlag.«