Toller Sport und gute Stimmung beim Top-Event am Ostseebad

2. Coastal-Rowing-Regaata des Ruderklub Flensburg ein voller Erfolg. Doppel-Olympiasieger Karl Schulze siegte souverän.

Coastal Rowing præmoeoverrækkelse Karl Schulz Olympiasieger
Coastal Rowing præmoeoverrækkelse Karl Schulz Olympiasieger Foto: Sven Geißler

Jörn Saemann

sport@fla.de

søndag d. 21. august 2022, kl. 21:01

Jörn Saemann

Flensburg. Dem Ruderklub Flensburg (RKF) ist erneut ein tolles Event gelungen. Nach der Premiere im vergangenen Jahr, war auch die 2. Coastal-Rowing-Regatta am Ostseebad ein voller Erfolg. Denn am Samstag und Sonntag wurde großer Rudersport, gepaart mit Konzentration und Ehrgeiz, aber auch großer Freude und Unterhaltung geboten. 

Dies zeigte sich bereits am Sonnabend, als das Auftaktrennen einige Minuten verschoben werden musste. Denn eines der Boote für die Endurance-Langstrecke, hatte ein defektes Steuerseil. Gegen 10.30 Uhr war es dann aber soweit und das erste Rennen konnte beginnen. Vor dem zweiten Rennen war wieder das gleiche Boot »angeschlagen«, was der Moderator des RKF, Michael Hein, mit den launigen Worten: »jetzt ist das gleiche Boot defekt, was ist das denn«, zur Auflockerung an die Athleten und Zuschauer sendete. Dann aber ging es ohne jegliche Verzögerungen weiter, wobei toller Rudersport der noch jungen Sportart Coastal Rowing geboten wurde. 

Naachwuchs überzeugte

Während die Renngemeinschaft aus Hamburg-Bramsche den Auftaktsieger stellte, wusste am ersten Tag in den Endurance-Disziplinen vor allem der Ulmer Ruderclub Donau zu überzeugen, der mit seinem Junioren-Nationalmannschaftskader an den Ausscheidungsrennen teilnahm. 

Lokalmatadoren überzeugten

Auch der Ruderklub Flensburg bot großartige Vorstellungen und im sechsten Rennen gab es einen starken zweiten Platz hinter dem unwiderstehlich auftrumpfenden Team aus Ulm. Wie stark der RKF in diesem Rennen selbst war, wurde mit einem knappen Kilometer Vorsprung, bei einer Distanz von sechs Kilometern, auf den drittplatzierten Vierer des ASV Bergedorf aus Hamburg deutlich. 

Dänen mit Start-Problemen

Aus dänischer Sicht verlief der Samstag nicht so erfolgreich. Im Mixed-Zweier, erwischten Jan Skovø und Katarine Dall vom Roforeningen KVIK einen schlechten Start. Zwar kämpfte sich das skandinavische Duo immer wieder ran, doch mehr als Rang fünf von sechs Teilnehmern war im Finale nicht drin. Im selben Rennen wurde aber auch deutlich, dass nicht nur ein erster Platz und damit der Sieg das Wichtigste sein kann, sondern auch die grundsätzliche Leistung zufriedenstellt. So war von Sofie Petersen ein lautes »Ja« zu vernehmen, als sie mit ihrem Mixed-Partner Torben Walter vom Rendburger Primaner Ruderclub auf Rang drei ins Ziel ruderte und das Duo sich so einen Platz auf dem Treppchen bei der Siegerehrung sicherte. 

Das Highlight aus Sicht der Ruderklub Flensburg, war der Heimsieg des Lokalmatdoren Sebastian Maaß im Männer-Einer. »Er war ein gutes Stück schneller als seine starken Gegner aus Hamburg und Berlin«, so Lukas Fehre im Namen des RKF mit Freude über den Triumph des Fördestädters. Maaß gewann zudem mit Gantschar vor den Teamkollegen Mehlhorn/Meyer im Doppel-Zweier.

Sprint-Disziplinen

Auch am zweiten Tag, als die 2. Coastal-Rowing-Regatta ganz im Zeichen des Stadtwerke Fördesprint stand, durften sich die Athleten und Zuschauer über äußerlich beste Wetterbedingungen freuen. Bei Sonne über dem Ostseebadstrand, wurde erneut um Finaleinzug und die ersehnte WM- und EM-Teilnahme gerudert, ja förmlich gekämpft. 

Auch sehr zur Freude Daniel Pankatz, der als Hauptschiedsrichter des Deutschen Ruderverbandes beim 2. Coastal Rowing fungierte. »Ich bin das erste mal in Flensburg. Es ist ein toller Job, den das ganze Team vom Ruderklub Flensburg hier abliefert. Ich bin begeistert«, so der Osnabrücker, der in Bonn beheimatet ist, mit großem Lob über die Organisation des Vereins vom Ostseebad und das Ambiente, »aus einer tollen Natur«, und dem landschaftlichen Panorama. 

»Mitte und Ende Oktober sind die wichtigen Veranstaltungen mit der Weltmeisterschaft in Soundersfood in Wales und der Europameisterschaft im spanischen San Sebastian. Man merkt die hohe Wertigkeit des 2. Coastal Rowing für die Teilnehmer an, denn für die Sieger ist es die Qualifikation an der WM und EM«, so Pankatz, der auch betont, »dass 2028 Coastal Rowing wohl olympisch wird. Die Chancen stehen gut, es ist nur noch nicht verkündet.«

Mit dementsprechenden sportlichen Höchstleistungen ging es ab Sonntagvormittag am Ostseebad weiter. Schon die Vorläufe beim »Beachsprint«, wie die Bezeichnung des Wettbewerbes auch lautet, waren umkämpft. Der Zweier des RKF in dem die Flenburgerin Charlotte Wesselmann mit dem Potsdamer Paul Gebauer an den Start ging, sicherte sich durch einen Hechtsprung von Gebauer den Sieg im Vorlauf und somit den Einzug ins Finale. Diese Aktion war symptomatisch für den »Stadtwerke Fördesprint« und unterstrich den Attribut als »inoffizielle deutsche Meisterschaft« der 2. Coastal Rowing Regatta. Im Finale belegte das Duo Rang zwei. Wesselmann holte an der Seite von Röpell zudem Silber im Doppelzweier der Frauen.

Schulze souverän

Karl Schulze vom Berliner Ruderclub, Olympiasieger 2012 in London und 2016 in Rio im Doppelvierter, stand gegen den deutschen Hochschulmeister von 2021 und Lokalmatadoren Sebastian Maaß vom Ruderklub FLensburg, erwartungsgemäß im Finale. In zwei Finalläufen ließ Schulze nichts anbrennen und holte sich den Sieg.