Mögliche SG-Olympioniken und die Impfung

 Die SG Flensburg-Handewitt könnte mit bis zu elf Spielern bei den Olympischen Spielen vertreten sein - alle mit vollem Impfschutz.

Dr. Torsten Ahnsel (M.) hat die möglichen Olympia-Fahrer der SG geimpft.
Dr. Torsten Ahnsel (M.) hat die möglichen Olympia-Fahrer der SG geimpft. Foto: Axel Heimken/dpa

Flensburg. Die Impfung gegen das Coronavirus. Ein großes gesamt-gesellschaftliches Themen seit Wochen und Monaten - auch bei der SG Flensburg-Handewitt, vor allem für die potentiellen Teilnehmer an den Olympischen Spielen in diesem Sommer in Tokio (23. Juli bis 8. August). Wenn es in Japan los geht, läuft bereits die Saison 2021/22 und es könnten bis zu elf Flensburger Akteure aus dem neuen Team dabei sein. Acht aus dem aktuellen Kader und drei Neuzugänge. Mit Magnus Jøndal (Karriereende) und Torbjørn Bergerud (GOG) zudem zwei Spieler, die derzeit noch für die SG aktiv sind. Und für alle gilt: sie werden geimpft nach Tokio reisen. Ihre erste Impfung haben sie bereits erhalten und die zweite werden sie zeitlich so abgepasst vor den Olympischen Spielen bekommen haben, dass sie beim Turnier vollen Impfschutz genießen.

»Die Spieler, die nicht durch ihr Nationales Olympisches Komitee geimpft wurden, habe ich geimpft«, so Dr. med. Torsten Ahnsel. Der Mannschaftsarzt der SG konnte die Erstimpfung bereits vornehmen, weil für den Impfstoff Astrazeneca die Priorisierung vor einiger Zeit aufgehoben worden war (wir berichteten). Der Mediziner stellte in diesem Zusammenhang klar: »Nur deshalb ging es. Ich hätte die Spieler nie vor anderen Priorisierungsgruppen geimpft. Die Spieler sind grundsätzlich gesund, da haben andere mehr Bedarf. Aber durch die Entpriorisierung von Astrazeneca war dies möglich.«

Simon Hald, Tokio-Kandidat im dänischen Nationalteam hatte zuletzt gesagt: »Ich möchte mich auf jeden Fall impfen lassen, allerdings ohne jemandem, der den Impfstoff nötiger hat, diesen wegzunehmen und es muss zeitlich passen.«

Die Diskussion, ob Olympia-Teilnehmer auf den Wartelisten nach vorne rutschen sollten oder nicht, war im Mai ohnehin beendet worden. Das deutsche Unternehmen Biontech und der US-Partner Pfizer hatten Anfang Mai Corona-Impfstoff für Athleten, Trainer und Betreuer, die an den Olympischen Spielen und den anschließenden Paralympics in Tokio teilnehmen, als Spende in Aussicht gestellt. Dies teilte seinerzeit das Internationale Olympische Komitee mit. Die Spende von Impfstoffdosen werde die Versorgung der nationalen Bevölkerungen mit Covid-19-Dosen nicht beeinträchtigen. »Wir laden die Athleten und Delegationen der kommenden Olympischen und Paralympischen Spiele ein, mit gutem Beispiel voranzugehen und den Impfstoff anzunehmen, wo und wann immer es möglich ist«, sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

Die Herausforderung für die SG war neben der Abstimmung mit den NOKs, einen passenden Termin zu finden. Im eng getakteten Spielplan müssen die SG-Akteure jeden dritten oder vierten gefordert bringen und dazwischen auch trainieren. Nach der Impfung wird allerdings von sportlichen Höchstleistungen abgeraten und wie jeder einzelne reagiert, ist vorher unklar. 

»Wir haben die Spieler hier in Flensburg am Tag nach dem Aalborg-Rückspiel geimpft, weil wir fünf Tage bis zum nächsten Spiel (gegen Melsungen/Red.) Zeit hatten«, so Dr. Ahnsel, der allerdings nicht alle möglichen Tokio-Fahrer an dem Tag impfen konnte. Die Dänen mussten es über ihr NOK in Kopenhagen und die Norweger in Berlin machen lassen. »Wir haben noch versucht, den Impfstoff nach Flensburg zu bekommen, aber es war nicht möglich.« Immerhin konnte Dr. Ahnsel so Gøran Søgard in der Hauptstadt noch gleich zu einem Spezialisten schicken, der sich die Adduktoren-Probleme des Norwegers näher angeschaut hat. All dies geschah am Tag nach dem Sieg gegen Magdeburg. In Sachen Leistenbeschwerden ist Søgard nicht weiter vorangekommen, wie bei seinem Kurzeinsatz am vergangenen Sonntag gegen Hannover zu sehen war. Die Impfung haben er und seine Teamkollegen jedoch alle gut überstanden. »Natürlich wurden alle über die Nebenwirkungen aufgeklärt und wir haben am Tag danach dosiert trainiert, aber ja, alle haben es gut verkraftet«, so Dr. Ahnsel, der die Impfung dem gesamten Team grundsätzlich »empfohlen« hat.

Da einige SG-Spieler (wir berichteten) im Laufe der Saison mit Covid19 infiziert waren, durfte bei diesen Akteuren erst sechs Monate danach geimpft werden. So empfehlen es das Robert Koch-Institut und die Ständige Impfkommission.


11 jun 2021, 16:01
Ruwen Möller
rm@fla.de

FAKTEN

Mögliche Olympioniken der SG Flensburg-Handewitt

Dänemark: Lasse Svan, Simon Hald, Mads Mensah Larsen & Emil Jakobsen, Kevin Møller (Neuzugänge Sommer 2021)

Schweden: Jim Gottfridsson, Hampus Wanne & Anton Lindskog (Neuzugang Sommer 2021)

Deutschland: Johannes Golla

Norwegen: Magnus Rød, Gøran Søgard & Torbjørn Bergerud, Magnus Jøndal (Abgänge Sommer 2021)