Handball-WM: Der Name Vranjes gehört einfach dazu

William Vranjes ist bei der Weltmeisterschaft in Schweden als freiwilliger Helfer im Einsatz. Sein Vater Ljubomir reist als Zuschauer zum Final-Wochenende in Stockholm an.

William Vranjes ist als Volunteer bei der WM im Einsatz.
William Vranjes ist als Volunteer bei der WM im Einsatz. Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Ruwen Möller

rm@fla.de

tirsdag d. 24. januar 2023, kl. 6:53

Malmö. Der Name Vranjes gehörte 1999 dazu, als Schweden Handball-Weltmeister wurde. Ebenso 1997 und 2001, als die Skandinavier jeweils Silber holten. 2015 war Vranjes als Fernseh-Experte bei der WM dabei und zuletzt 2021 als Nationaltrainer Sloweniens. 

Und auch dieses Mal ist der Name Vranjes wieder bei der WM vertreten - allerdings nicht Ljubomir, sondern William Vranjes. Der Sohnemann hält die Farben der Familie bei der Heim-WM hoch und ist als freiwilliger Helfer am Spielort in Malmö tätig.


Er kümmert sich um die Belange der Pressevertreter. Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Wer den Presseraum in der dortigen Arena betritt, trifft sofort am Informationstisch auf Vranjes Junior.

»Hallo, erkennst du mich«, fragt er und freut sich, als die Antwort »selbstverständlich« lautet. William Vranjes ist erwachsen geworden, inzwischen 21 Jahre alt, aber hey, den einstigen Schülerpraktikanten der Sportredaktion von Flensborg Avis erkennen wir natürlich sofort wieder.

»Rasmus Lauge ist fünf Mal an mir vorbeigelaufen bis er mich erkannt hat«, erzählt Vranjes und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Kevin Møller, Kentin Mahé, Petar Djordjic, Bogdan Radivojevic, Jim Gottfridsson und Hampus Wanne - eine ganze Reihe der internationalen Topstars, die bei dieser WM dabei sind, kennt er noch aus seiner Zeit in Flensburg und Handewitt.

Mit seinem Vater und der Familie ging es 2017 erst nach Ungarn und einige Jahre später wieder nach Schweden. Vranjes Senior ist inzwischen Trainer in Nimes in Frankreich, aber William lebt mit seiner Schwester noch bei Mutter Maria in Lund.

»So kann ich noch ein bisschen Miete sparen«, sagt er mit einem Augenzwinkern. Nach Lund, etwas nordöstlich von Malmö gelegen, sind es nur knapp 20 Minuten. Daher ist William Vranjes auch am Spielort in Malmö gelandet.


Der Schwede ist im Pressezentrum in Malmö tätig. Foto: Ingrid Anderson-Jensen

Und warum ist er überhaupt als Volunteer bei der WM tätig?

»Ich wollte gerne einmal hinter die Kulissen von so einem Event schauen, vor allem gerne im Pressezentrum, da ich mir vorstellen kann, irgendwann im Bereich Medien zu arbeiten«, so der 21-Jährige.

Und wie ist es?

»Groß und spannend. Wenn ich mit meinem Vater unterwegs war, habe ich meist nur gesehen, wer auf dem Feld steht. Ich hätte nicht gedacht, wie viele Menschen im Hintergrund tätig sind, damit so ein Event gut wird«, so Vranjes erstaunt.

Den WM-Titel hat er von Anfang an Dänemark zugetraut, auch wenn er natürlich mit seinen Schweden mitfiebert. Wenn die Arbeit im Pressezentrum, wo er sich darum kümmert, dass die Medienvertreter mit allem, was sie benötigen, versorgt sind, beendet ist, kann er Handball schauen. Das freut und motiviert ihn. Denn auch wenn er in den ersten Jahren der Coronapandemie wie viele andere eine Handball-Zwangspause einlegen musste, ist William Vranjes immer noch am Ball. 

Er spielt bei H43 Lund in der 2. Division. Wegen des Freiwilligen-Jobs und einer Verletzung war er am vergangenen Wochenende beim 35:35-Remis seines Teams in Växjö, das auf Rang drei aussichtsreich im Aufstiegsrennen liegt, zwar nicht dabei, aber der Traum ist groß. »Ich will immer noch versuchen, Profi zu werden, und nächste Saison spiele ich auf jeden Fall wieder höherklassig«, so Vranjes, extra motiviert von den WM-Eindrücken.

Am kommenden Wochenende geht es aber erstmal mit der ganzen Familie - auch Papa Ljubomir kommt zu Besuch - nach Stockholm. Der Name Vranjes darf schließlich auch am Final-Wochenende der WM nicht fehlen.


Der 21-Jährige kann sich vorstellen, irgendwann selber in der Medienbranche tätig zu sein. Foto: Ingrid Anderson-Jensen