SG: Bittere Niederlage in letzter Sekunde in Leipzig

Ohne den erkrankten Jim Gottfridsson unterlag die SG Flensburg-Handewitt mit 30:31 (13:17) beim SC DHfK Leizpig. Johannes Golla schied verletzt aus.

Magnus Rød verlor mit der SG auch in Leipzig.
Magnus Rød verlor mit der SG auch in Leipzig. Foto: dpa


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søndag d. 4. december 2022 kl. 22:27

Ruwen Möller

Flensburg/Leipzig. Erst völlig von der Rolle, danach mit großem Kämpferherz, aber letztlich in der letzten Sekunde geschlagen. Die späte Aufholjagd der SG Flensburg-Handewitt wurde nicht belohnt und nach der 30:31-Niederlage in Leipzig verliert der dreifache Meister in der Bundesliga weiter an Boden.

»Es ist unglaublich bitter und enttäuschend«, sagte Maik Machulla direkt nach Spielende. Der SG-Coach meinte am »Sky«-Mikrofon weiter: »Wir hatten uns viel vorgenommen und die Jungs waren voller Energie. Sie haben nicht alles richtig gemacht, aber wie von mir gefordert ihr Herz auf dem Platz gelassen. Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit war katastrophal und hat verhindert, dass wir früher zurückkommen. Jetzt ist es einfach nur bitter, dass wir mit dem Schlusspfiff verlieren.«

Die SG begann mit Lasse Møller als Mittelmann. Jim Gottfridsson fehlte kurzfristig mit Magen-Darm-Problemen. Flankiert wurde der Däne im SG-Rückraum von den Norwegern Magnus Rød und Gran Søgard. Johannes Golla spielte am Kreis und auf den Außen das dänische Duo Emil Jakbobsen und Johan Hansen. Auch im Tor setzte die SG auf Danish Dynamit und begann mit Kevin Møller, der gleich zwei Paraden zeigte und gut reinkam. 

Insgesamt zeigten beide Teams zu Beginn viele Fehler. Dies war auch einem enorm hohen Tempo auf beiden Seiten geschuldet. Die Gäste spielten mit einer 5:1-Deckung, die sogar zu einer Art 3-3-Variante wechselte. Møller hielt dahinter zwar gut, aber insgesamt gab es zu viele Löcher in der Abwehr. Die Folge: aus einem 4:4 (10.) wurde bald ein 6:9 (15.) aus Sicht der Nordlichter. Nachdem die SG noch einmal auf 8:9 verkürzen konnte, lief ihnen das Spiel danach bis zur Pause (13:17) völlig aus der Hand. 

Während die SG völlig verunsichert wirkte, spielte Leipzig nach vier Siegen in Serie groß auf. Und nach dem Seitenwechsel ging es so weiter. Die Hausherren erhöhten auf 19:13 (32.) und 20:14 (34.).

Machulla nahm eine Auszeit und stellte um auf 7 gegen 6. Anton Lindskog (»Anton hat es gut gemacht und uns sehr geholfen«, lobte Machulla den ansonsten viel gescholtenen Schweden) kam als zweiter Kreisläufer. Johanne Golla hatte bereits zwei Zeitstraffen auf dem Konto und verletzt sich zudem am Fuß, der Kapitän musste auf die Bank. »Er ist umgeknickt, wir müssen jetzt schauen, was mit ihm ist«, so Machulla nach dem Spiel.

Seine Teamkollegen drehten nun aber auf und legte einen 5:0-Lauf zum 20:19 (42.) hin. Doch nun endete die SG-Aufholjagd und Leipzig ging wieder auf 23:19 (45.) weg.

Machulla nahm seine letzte Auszeit und nachdem es sei Team zunächst mehrfach verpasste, auf einen Treffer heranzukommen, gelang es in den Schlussminuten endlich. Mehr noch: Lasse Møller erzielte beim 29:29 (58.) erstmals seit dem 4:4 wieder den Ausgleich. Landsmann Johan Hansen traf zum 30:30, doch Leizpig hatte noch einen Angriff. In allerletzter Sekunde versenkte der Isländer Viggo Kristjánsson den Ball im Tor.

Machulla erklärte hinterher noch einmal, dass sein Team derzeit eine unruhige Phase durchmache und gab Gründe an: »Wir reden viel miteinander, bringen aber nicht das auf die Platte, was wir können. Dass Spiel läuft nicht in unsere Richtung und da Handball ein Sport ist, der von Selbstbewusstsein geprägt ist, werden wir noch unruhiger. Wir spielen mehr auf Sicherheit und das geht meistens nicht gut. Volle Entschlossenheit ist gefordert, aber die haben wir nur phasenweise, meistens ist es verkrampft. Daher hätte uns der eine Punkt gut getan. Aber so ist es der nächste Schlag ins Gesicht.«

Für die Flensburger bleibt nur wenig Zeit sich zu erholen. Am Montag geht es aus Leipzig Richtung Spanien. Dort wartet am Dienstag (20.45 Uhr/live DAZN) das European-League-Gruppenspiel bei TM Benidorm - auch dort wird die SG erneut ohne Gottfridsson antreten.


SC: Sæverås, El-Tayar - Maric, Wiesmach 3, Ernst 2, Witzke 4, Krzikalla 1, Binder 1, Ivic 4, Sunnefeldt 4, Gebala 3, Matthes, Sajenev, Heitkamp, Kristjánsson 9/2

SG: K. Møller, Buric n. e. - Golla 1, Hald 2, Jakobsen 4/2, Pedersen n. e., Lindskog 2, Rød 3, Søgaard 2, Mensah Larsen 1, L. Møller 8, Semper 3, Einarsson n. e., Mensing, Hansen 4

Schiedsrichter: Nils Blümel und Jörg Loppaschewski (Berlin).

Zuschauer: 4531

Zeitstrafen: 4:4 (Wiesmach, Sunnefeldt, Ivic, Matthes - Golla 2, Hald, Buric)

Siebenmeter: 3/2:2.2 (Møller hält gegen Kristjánsson)