Überragende Abwehr fängt stockenden Angriff nicht auf

Der SG Flensburg-Handewitt reicht bei der MT Melsungen auch ein überragender Benjamin Buric nicht zum Sieg. Am Ende reicht es zu einem Punkt.

Geburtstagskind Benjamin Buric brannte zweitweise ein echtes Paraden-Feuerwerk im SG-Tor gegen die MT Melsungen ab.
Geburtstagskind Benjamin Buric brannte zweitweise ein echtes Paraden-Feuerwerk im SG-Tor gegen die MT Melsungen ab. Foto: Sebastian Iwersen

Timo Fleth

tif@fla.de

søndag d. 20. november 2022, kl. 15:50

Kassel. Die SG Flensburg-Handewitt ist bei der MT Melsungen im Duell der Torhüter nicht über ein 25:25-Remis hinausgekommen. Der stockende SG-Angriff machte es den Nordlichtern über die gesamte Spieldauer schwer, sich einen Vorteil zu erspielen. Der eine Punkt ist am Ende gerecht, wenngleich für die SG im Kampf um den Anschluss an die Tabellenspitze in der Bundesliga weiter an Boden verloren hat.

SG-Trainer Maik Machulla setzte gegen die MT Melsungen zu Beginn auf Geburtstagskind Benjamin Buric im Tor. Der Bosnier wurde 32 und startete gemeinsam mit Johan Hansen, Emil Jakobsen, Teitur Einarsson, Johannes Golla, Gøran Søgard Johannessen und Lasse Møller, der für Simon Hald in der Abwehr platz machte. Nicht im Aufgebot waren wie erwartet Jim Gottfridsson und Magnus Rød.

Eine zentrale Rolle in der Anfangsphase nahm ohne Zweifel Buric ein, der mit etlichen Paraden seinen im Angriff noch wackeligen Mannschaftskameraden den Rücken frei halten konnte. Lasse Møller fremdelte mit der Rolle als Spielmacher und machte überraschend viele einfache Fehler. Zudem fehlte auch das Wurfglück. Dass die SG dennoch 7:5 (15.) vorne liegen konnte, lag an dem erfolgreichen Tempospiel.

Insgesamt mussten die Flensburger gerade im Angriff erheblichen Aufwand für ihre Treffer betreiben. Immer wieder wurde sich im Zweikampf festgerannt oder es fehlte an der Tiefe. Dass zudem Simic im MT-Tor Buric in nichts nachstand, machte den Flensburgern das Leben zusätzlich schwer. Der Bosnier der Flensburger übernahm sogar die Rolle des Torschützen und mit seinem Treffer erzielte der SG-Keeper schlussendlich den 12:12-Pausenstand. Während die SG-Defensive einmal mehr eine starke Leistung zeigte, hatte die SG im Angriff noch deutlich Luft nach oben.

Angriff ohne Durchschlagskraft

Das Bild blieb auch in der zweiten Halbzeit zunächst gleich. Die ersten SG-Angriffe verpufften ergebnislos und die Heimmannschaft, bei denen Nebosja Simic immer mehr zum Schreckgespenst der Flensburger Werfer wurde, gewann wieder die Oberhand. Allein Johan Hansen dürfte Albträume vom MT-Schlussmann haben. Ein Treffer nach rund zehn Minuten der zweiten Halbzeit sprachen dabei Bände. Gut für die Flensburger, dass die Abwehr und Buric überragend agierten.

Der eingewechselte Aaron Mensing verschaffte der SG-Offensive mehr Durchschlagskraft und verhalf zur Mitte der zweiten Halbzeit zur Zwei-Tore-Führung. Lange Bestand hatte diese allerdings nicht, weil außer Mensing kein anderer Flensburger den Ball ins Tor bekam. Entsprechend wechselte die Führung hin und her, ohne dass sich eine der Mannschaften absetzen konnte. 

Am Ende hatte die SG etwas Struktur gefunden, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. Gøran Søgard Johannesen brachte die SG Flensburg-Handewitt mit 25:24 in front, aber die MT bekam sechs Sekunden vor dem Ende einen Strafwurf, den Malasinskas zum 25:25-Endstand nutzte. Die starke Flensburger Abwehr  schaffte es am Ende nicht, den hackenden Angriff aufzuwiegen und mehr als einen Punkt zu holen. 

MT Melsungen - SG Flensburg-Handewitt 25:25 (12:12)

Statistik:

MT Melsungen: Morawski, Simic - Malasinskas 4/3, Casado 4, Ignatow, Beekmann, Ohl, Drosten, Jonsson 3, Arnasson 2, Gomes 2, Kalarash 2, Häfner 7, Hörr, Fuchs, Martinovic 1/1.

SG Flensburg-Handewitt: Buric 1, K. Møller - Golla 3, Hald, Einarsson 1, Mensah Larsen, Søgard Johannessen 4, Hansen 3, Pedersen, Jakobsen 3/1, Semper 1, Mensing 5, L. Møller 4, Lindskog.

Zeitstrafen: 2:1 (Jonsson x2 - Semper)

Siebenmeter: 4/3:5/1 (Buric hält gegen Martinovic - Jakobsen drüber und verwirft gegen Simic, Hansen und Lasse Møller scheitern an Simic)

Schiedsrichter: Robert Schulze/Tobias Tönnies.

Zuschauer: 4309.