Souverän in die Gruppenphase

Die SG Flensburg-Handewitt hat gegen Kwidzyn problemlos die Gruppenphase der European League erreicht und dabei etwas fürs Selbstvertrauen und gegen die Überbelastung getan.

Benjamin Buric stand endlich wieder einmal über 60 Minuten im Tor der SG Flensburg-Handewitt. Wirklich gefordert wurde der Bosnier trotz verkniffenem Gesichtsausdruck gegen MMTS Kwidzyn nur selten.
Benjamin Buric stand endlich wieder einmal über 60 Minuten im Tor der SG Flensburg-Handewitt. Wirklich gefordert wurde der Bosnier trotz verkniffenem Gesichtsausdruck gegen MMTS Kwidzyn nur selten. Foto: Lars Salomonsen

Timo Fleth

tif@fla.de

onsdag d. 5. oktober 2022, kl. 18:17

Flensburg. »Ich persönlich würde mich in der Gruppenphase über ein Spiel in Dänemark freuen. Wir können aber alle Gegner schlagen, deshalb ist es unter dem Strich auch egal«, freute sich Johan Hansen nach dem 37:24 (17:11)-Erfolg der SG Flensburg-Handewitt gegen MMTS Kwidzyn und dem gesicherten Weiterkommen in die Gruppenphase der European League. Der Rechtsaußen der Flensburger steuerte fünf Treffer zum Erfolg bei und durfte sich auch über etliche Minuten zur Schonung auf der Auswechselbank freuen. Der 39:25-Sieg im Hinspiel hatte allerdings ohnehin kaum Zweifel am Weiterkommen der SG offen gelassen. 

»Wir hatten eine gute Ausgangssituation nach dem hohen Hinspielerfolg, aber zu Hause wollen wir auch immer Leistung bringen und das haben wir geschafft. Darüber hinaus haben auch die Spieler, die zuletzt viel gespielt haben, ihre Pausen bekommen«, ordnete Hansen genauer ein. Ohnehin freuten sich die Außenspieler der Heimmannschaft über die vielen Möglichkeiten im Tempospiel. So konnte auch Neuzugang August Pedersen endlich 60 Minuten am Stück auf dem Feld stehen.

»Die Gegenwehr war zwar überschaubar, aber es hat dennoch enorm viel Spaß gemacht, über 60 Minuten auf dem Feld zu stehen und zu spielen. Ich freue mich einfach über jede Spielminute, die ich bekommen kann. Es läuft für mich auch besser und besser mit jedem Tag, sei es im Training oder auf dem Spielfeld«, strahlte der Norweger nach dem Spiel. Probleme, das richtige Motivationsniveau zu finden, hatte Pedersen jedenfalls nicht, landete er am Ende doch als erfolgreichster Schütze bei neun Toren. 


Johan Hansen würde sich über einen dänischen Gegner in der Gruppenphase der European League freuen. - Foto: Lars Salomonsen

Buric glücklich

Willkommener Rückenwind war die Partie auch für Torhüter Benjamin Buric. Der Bosnier hatte zuletzt nach seiner im Sommer erlittenen Verletzung etwas im Schatten des stark haltenden Kevin Møller gestanden und entsprechend überschaubar war bislang seine Spielzeit.

»Es war richtig gut für mich, mal wieder über 60 Minuten im Tor gestanden zu haben. Es war zwar kein Bundesligatempo, aber ich bin dennoch sehr zufrieden. Ich trainiere hart und richtig viel, aber es ist etwas anderes, gerade mental, in einem Spiel über 60 Minuten zu stehen«, so Buric, der sich nach 60 Minuten mental etwas müde fand. Mit dem Spiel der Flensburger war der Keeper aber sehr zufrieden: »Das war ein super Spiel von uns und wir haben die Aufgabe professionell gelöst. In der ersten Halbzeit hat die Abwehr gut funktioniert und auch die 5:1-Formation im zweiten Durchgang war in Ordnung. Mit dem Ergebnis aus dem Hinspiel im Rücken ist es mitunter schon schwierig, das richtige Level zu finden. Das haben wir aber sehr gut hinbekommen.«

Nach nur wenigen Minuten waren die Kräfteverhältnisse geklärt und die Polen von MMTS Kwidzyn waren in allen Belangen der SG Flensburg-Handewitt unterlegen. Zur Pause war die Mannschaft von Trainer Maik Machulla bereits auf 17:11 enteilt und die Gäste kamen lediglich zu Toren, wenn die Heimmannschaft nicht ganz auf der Höhe war. Das war allerdings selten der Fall und Machulla entsprechend erfreut: »Wir haben zwei richtig gute Spiele gegen MMTS Kwidzyn gemacht. Gerade in Polen haben wir mit einer unglaublich konzentrierten Leistung den Grundstein zum Weiterkommen gelegt. Es war dementsprechend auch nicht ganz einfach für die Jungs, im Rückspiel den richtigen Fokus zu finden. Die Mannschaft hat das aber gut gemacht und wir konnten viel rotieren und Spielern, die zuletzt weniger gespielt haben, mehr Spielzeit geben. Wir sind verdient weiter und die Art und Weise in beiden Spielen war großartig.«

Damit sehen die Verantwortlichen, Spieler und Fans der SG Flensburg-Handewitt mit Spannung der Auslosung zur Gruppenphase der European League an diesem Donnerstag (11 Uhr) entgegen.

Bundesligaspiele terminiert

Während Gegner und Spieltermine in der European League noch unbekannt sind, hat die Handball-Bundesliga weitere termingenaue Ansetzungen bekannt gegeben. So gastiert der HC Erlangen am 12. November (20.30 Uhr) in der Flens-Arena, während es am 20. November (14 Uhr) zur MT Melsungen geht. In Flensburg wartet dann am 27. November (16.05 Uhr) der TVB Stuttgart, ehe es am 4. Dezember (16.05 Uhr) für die SG Flensburg-Handewitt zum SC DHfK Leipzig geht.