»Danish Dynamite« sorgte für Festtag

Die SG Flensburg-Handewitt besiegte den deutschen Meister SC Magdeburg in einer atemberaubenden Partie mit 35:34 (17:13). Simon Hald ist wieder fit, Mads Mensah Larsen wieder in Form und Kevin Møller bleibt mindestens bis 2027.

Mads Mensah Larsen traf per Buzzer Beater zum Sieg.
Mads Mensah Larsen traf per Buzzer Beater zum Sieg. Foto: Sebastian Iwersen

Ruwen Möller

rm@fla.de

mandag d. 3. oktober 2022, kl. 21:13

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Fire danskere stod i fokus, da SG Flensburg-Handewitt i Bundesligaen vandt 35-34 over de tyske mestre fra SC Magdeburg: Mads Mensah Larsen, fordi han scorede det afgørende mål, Simon Hald, fordi han pludselig var klar til kampen og sørgede for stabilitet i forsvaret, Emil Jakobsen, fordi han blev topscorer med 12 mål, og Kevin Møller, fordi han har forlænget sin kontrakt til 2027. Tirsdag tager SG imod polske Kwidzyn i europacuppen.

Flensburg. Welch unbändige Kraft die SG Flensburg-Handewitt gemeinsam mit ihren Fans in der Hölle Nord entwickeln kann, zeigte sich am Sonnabend in der sprichwörtlich letzten Sekunde. Mit einem Buzzer Beater sorgte Mads Mensah Larsen für den 35:34 (17:13)-Heimsieg gegen den deutschen Meister SC Magdeburg und versetzte die mit 6300 Besuchern erstmals in dieser Saison ausverkaufte Flens-Arena in Ekstase. Der dänische Nationalspieler setzte damit einem SG-Festtag, der hauptsächlich von ihm und seinen Landsleuten geprägt war, die Krone auf.

Direkt nach seinem raketenartigen Wurf in den rechten oberen Torwinkel drehte der Däne ab und rannte jubelnd über das gesamte Spielfeld. Alle seine Teamkollegen hinterher. Emil Jakobsen verpasste die Jubeltraube und sprang stattdessen auf die Bande, um der Südtribüne zuzujubeln. Mensah Larsen ging auf die Nordtribüne zu, ballte beide Fäuste und schrie seine Freude heraus. Anschließend nahm er Augenkontakt zu seiner Familie auf der Tribüne auf und grüßte seine Liebsten mit einem breiten Grinsen. Als er auf dem Weg zum Sky-Interview war, feierten ihn die Anhänger mit ohrenbetäubenden Sprechchören.

»Mads hat heute über Niveau gespielt und mehr gezeigt, als man von ihm erwarten darf. Er war ein richtiger Anführer«, lobte ihn Maik Machulla. Und der SG-Trainer schickte noch hinterher: »Es freut mich ganz besonders für ihn, weil er all denjenigen, die ihn nicht mehr so stark gesehen haben, heute das Gegenteil beweisen hat. Wir wissen, wie wir mit ihm arbeiten müssen, er ist ein unfassbar wichtiger Spieler für uns.«

Zur Erklärung: Der Däne, in den vergangenen zwei Jahren eine absolute Stütze im Team, war bisher in dieser Saison nur schwer in Tritt gekommen. Dies führte zu ersten kritischen Stimmen an seiner Leistung. Doch Machulla erklärte: »Er hat sich im Sommer am Knie operieren lassen und konnte gar nicht trainieren. Ebenso verpasste er viel in der Vorbereitung, doch jetzt ist er wieder auf dem Weg zu seiner alten Leistung.«

Die Partie gegen Magdeburg war der Beweis. In dieser Stand auch überraschend Simon Hald auf dem Feld. Und das nur zweieinhalb Wochen nach seiner Tibiakopffraktur, die zunächst eine Ausfallzeit von vier bis sechs Wochen vermuten ließ. »Die Ärzte haben Anfang der Woche nochmal eine Untersuchung gemacht und es sah gut aus. Ich habe ohnehin die ganze Zeit nichts gemerkt und ein Verband hat verhindert, dass ich mit dem Knie in die volle Streckung ging. Es war kein Problem«, so Hald, der der SG-Defensive jene Stabilität zurückgab, die bei der Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen gefehlt hat. »34 Gegentore sind zwar viele, aber es ist hammerwichtig, dass wir gewonnen haben. Mit fünf Minuspunkten wäre die Meisterschaft in weite Ferne gerückt.«

Und dem Knie ging es hinterher auch gut, zumindest war Hald der erste Mitspieler, der Mensah Larsen beim Jubellauf einholen konnte. 

»Es war extrem wichtig heute und jetzt haben wir zwei Punkte in einem großen Spiel geholt«, so Mensah Larsen. Der zwar nicht »ganz zufrieden« damit ist, dass bereits drei Minutspunkte zu Buche stehen. Andersherum meinte er: »Es ist auch keine Katastrophe, immerhin haben wir gegen Berlin, die Löwen und Magdeburg in Folge gespielt.«  

Mit Emil Jakobsen trat noch ein dritter Däne besonders in Erscheinung. Bei 12 Versuchen traf er 12 Mal und ist nun Zweiter in der Bundesiga-Torschützenliste. »Ich versuche nur, meine Tore zu machen, alles andere schauen wir«, sagte er bescheiden und lobte den »überragenden« Teameinsatz. Diesen stellte auch Kevin Møller in den Mittelpunkt. Der vierte Däne, der an diesem Abend im Fokus stand, hatte bereits vor dem Anpfiff für Jubelstürme gesorgt. Direkt vor dem Spiel wurde bekannt, dass er seinen ursprünglich bis 2024 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2027 verlängert hat. »Es fiel mir leicht«, so Møller, der sich nach dem Spiel noch mehr in seiner Entscheidung bestätigt sah und hofft, dass es noch viele solcher SG-Festtage in den nächsten Jahren geben wird.

Der nächste wird sicherlich am Dienstag folgen. Um 18.45 (Livestream/Sprungwurf.tv) steht das Rückspiel in der 2. Runde in der European League an. Nach dem 39:25-Hinspielerfolg gegen MMTS Kwidzyn aus Polen sollte das Erreichen der Gruppenphase nur noch Formsache sein. »Aber, wir müssen unseren Job machen«, so Machulla, der die Spielanteile verteilen möchte.

FAKTA

STATISTIK

SG Flensburg-Handewitt -
SC Magdeburg 35:34 (17:13)

SG Flensburg-Handewitt: K. Møller, Buric - Golla 2, Hald, Einarsson, Mensah Larsen 8, Søgard, Gottfridsson 5, Hansen 4, Pedersen n. e., Jakobsen 12/4, Semper, L Møller, Lindskog n. e., Rød 4

SC Magdeburg: Portner, Jensen - Meister, Chrapkowski, Kristjansson 6, Pettersson, Magnusson 7/1, Hornke 6, Weber 1, Mertens 5, Saugstrup 2, O´Sullivan, Smits, Damgaard 7

Schiedsrichter: Sebastian Grobe/Adrian Kinzel

Zuschauer: 6300 (ausverkauft)

Siebenmeter: 4/4:2/1 (Møller hält gegen Magnusson)

Zeitstrafen: 3:2 (Gottfridsson, Golla, Rød - Saugstrup, Magnusson)

Rote Karte: Chrapkowski (5.) grobes Foulspiel

FAKTA

STATISTIK

SG Flensburg-Handewitt - SC Magdeburg 35:34 (17:13)

SG Flensburg-Handewitt: K. Møller, Buric - Golla 2, Hald, Einarsson, Mensah Larsen 7, Søgard, Gottfridsson 5, Hansen 4, Pedersen n. e., Jakobsen 12/4, Semper, L Møller, Lindskog n. e., Rød 4

SC Magdeburg: Portner, Jensen - Meister, Chrapkowski, Kristjansson 6, Pettersson, Magnusson 7/1, Hornke 6, Weber 1, Mertens 5, Saugstrup 2, O´Sullivan, Smits, Damgaard 7

Schiedsrichter: Sebastian Grobe/Adrian Kinzel

Zuschauer: 6300 (ausverkauft)

Siebenmeter: 4/4:2/1 (Møller hält gegen Magnusson)

Zeitstrafen: 3:2 (Gottfridsson, Golla, Rød - Saugstrup, Magnusson)

Rote Karte: Chrapkowski (5.) grobes Foulspiel