Der nächste Schritt: Vom Jugendtrainer bei der SG zum Co-Trainer der Löwen

Der ehemalige Jugendtrainer und Jugendkoordinator bei der SG Flensburg-Handewitt, Michael Jacobsen, wollte den nächsten Schritt machen und konnte die Möglichkeit, bei den Rhein-Neckar Löwen als Co-Trainer anzufangen, nicht ungenutzt lassen. Vorfreude auf das Duell gegen die SG.

Seine Erfahrung als Cheftrainer durfte Michael Jacobsen auch schon machen, als Corona das angestammte Trainerteam der SG Flensburg-Handewitt außer Gefecht setzte.
Seine Erfahrung als Cheftrainer durfte Michael Jacobsen auch schon machen, als Corona das angestammte Trainerteam der SG Flensburg-Handewitt außer Gefecht setzte. Foto: Lars Salomonsen

Timo Fleth

tif@fla.de

lørdag d. 24. september 2022, kl. 8:18

Kronau. Auf einmal ging alles ganz schnell. Michael Jacobsen hat sich in den vergangenen Jahren in der Handballszene als Jugendtrainer und Jugendkoordinator bei der SG Flensburg-Handewitt und der Flensburg Akademie einen Namen gemacht, dass es aber diesen Sommer dann galt, die Zelte abzubrechen und den Job als Co-Trainer der Bundesligamannschaft der Rhein-Neckar Löwen anzunehmen, kam doch überraschend.

»Im Mai habe ich den Anruf bekommen, da Klaus Gärtner, der für den Posten vorgesehen war, abgesprungen ist. Über einen gemeinsamen Bekannten sind Sebastian Hinze (neuer Cheftrainer der Rhein-Neckar Löwen/Red.) und ich ins Gespräch gekommen und haben festgestellt, dass wir fruchtbar zusammenarbeiten können. So eine Möglichkeit bekommt man nicht oft und ich musste zugreifen«, so Jacobsen, der aufgrund der guten Konstellation im Trainerteam bei der SG in Flensburg keine Möglichkeiten für sich sah, den nächsten Schritt zu machen.

So hieß es dann statt Jugendabteilung bei der SG und möglicherweise Cheftrainer beim Drittligisten DHK Flensborg also Mannheim, Bundesliga und die Rhein-Neckar Löwen. Alles von jetzt auf gleich und dann am Sonnabend (16.30 Uhr/Sky) auch schon gleich der Vergleich mit der SG Flensburg-Handewitt.


Michael Jacobsen macht die Rolle als Co-Trainer an der Seite von Sebastian Hinze bei den Rhein-Neckar Löwen unglaublich Spaß. - Foto: Rhein-Neckar Löwen

»Ich war lange in Flensburg und darüber auch sehr froh. Ich habe aber schon länger mit dem Gedanken gespielt, den nächsten Schritt zu machen. Darüber haben wir intern auch immer offen gesprochen, deshalb hat man mir von Akademie-Seite auch keine Steine in den Weg gelegt. Dafür bin ich sehr dankbar«, erklärt der 38-Jährige, der seine Verbundenheit mit Flensburg hervorhebt: »Ich habe hier meine Frau gefunden, wir haben ein Kind bekommen und auch ein Haus gebaut.«

Nun hat die Familie aber einen anderen Tagesablauf, die in der Nähe von Mannheim und auch des Trainingszentrums der Löwen in Kronau eine neue Bleibe zur Miete gefunden hat. Michael Jacobsen hat als Co-Trainer nicht nur die Bundesligamannschaft im Blick, sondern will auch »mit meinen Kontakten nach Skandinavien die Spieler etwas früher kennen lernen und den Übergang unserer eigenen Jugendspieler in die Bundesliga erleichtern«. Für den Dänen steht außer Frage, dass die Rhein-Neckar Löwen eine Top-Adresse im Handball sind, auch nach dem Abgang des alles dominierenden Ober-Löwen Andy Schmid.

Mehr Training

»Ich glaube, dass es ein guter Zeitpunkt für eine Veränderung bei den Löwen gewesen ist. Die Mannschaft hat die neuen Impulse und Ideen von Sebastian Hinze und mir sehr gut angenommen«, findet Michael Jacobsen, der auch einen wesentlichen Unterschied zur SG Flensburg-Handewitt festgestellt hat: »Wir sind hier wesentlich mehr Zeit in der Halle und trainieren mehr. Sicherlich auch, weil die SG immer Champions League gespielt hat, aber das mehr an Training hat sich bislang für uns ausgezahlt.«

Immerhin haben die Rhein-Neckar Löwen bislang noch keine Niederlage einstecken müssen und zudem wird mit unglaublichem Tempospiel geglänzt. Ein Trumpf, der auch gegen die SG ziehen soll: »Wir müssen jede Chance auf Tempo nutzen. Stehen wir erst im Positionsspiel, wird es viel schwerer für uns. Immerhin hat die SG in meinen Augen den besten Kader seit langem beisammen und ist auch mein Meisterschaftsfavorit.«

Wir müssen jede Chance auf Tempo nutzen.

Michael Jacobsen, Rhein-Neckar Löwen

Wirklich Zeit, etwas aus seiner Zeit in Flensburg zu vermissen, hatte Michael Jacobsen noch nicht, auch wenn er bereits mit einem Lächeln festgestellt hat, dass »die Kultur hier doch eine andere ist«. Wohl fühlt sich der Däne aber - und gegen Punkte aus dem Spiel gegen Flensburg hätte er auch nichts einzuwenden.