Wille alleine sichert Punkte in Stuttgart

Der Tank der SG Flensburg-Handewitt war bedrohlich leer beim TVB Stuttgart, am Ende hilft die mentale Stärke zu zwei Punkten.

Die SG Flensburg-Handewitt und Mads Mensah Larsen hatten ihre liebe Mühe mit der Abwehr der Stuttgarter.
Die SG Flensburg-Handewitt und Mads Mensah Larsen hatten ihre liebe Mühe mit der Abwehr der Stuttgarter. Foto: Kira Kutscher

Timo Fleth

tif@fla.de

26. maj 2022, 20:52 d. 26. maj 2022, 20:52 kl. 26. maj 2022, 20:52

Stuttgart. Die Enttäuschung der Vorwoche haben die Handballer der SG Flensburg-Handewitt verarbeitet. Beim TVB Stuttgart brauchten die Flensburger aber nochmal jedes Korn an mentaler Stärke, um  den 28:26-Sieg nach Hause zu bringen. Dabei musste eine Steigerung in der Abwehr im zweiten Durchgang und ein treffsicherer Emil Jakobsen her, damit die Heimreise mit Punkten angetreten werden konnte.

SG-Trainer Maik Machulla musste noch vor Beginn die nächsten Umstellungen vornehmen. So stand mit Jim Gottfridsson, der Kopf des SG-Spiels, nicht in der Startformation. Das linke Knie zwickte und der Schwede war sichtlich eingeschränkt bei den wenigen Spielminuten, die es in der ersten Halbzeit gab. 

Ansonsten hielt die Startformation wenig Überraschungen bereit. Hampus Wanne, Gøran Søgard Johannessen, Mads Mensah Larsen, Teitur Einarsson, Marius Steinhauser und Johannes Golla am Kreis, sowie Simon Hald in der Abwehr für Mensah Larsen stellten das zunächst bevorzugte Personal des SG-Trainer dar.

Diesem Personal glückte auch ein guter Start, aber nach einer 6:2-Führung verlor der Gast den Faden. Der TVB Stuttgart, der noch um den sicheren Klassenerhalt kämpfen musste, nutzte die schwache Chancenverwertung der Flensburger, die auch mit fortlaufender Spieldauer in der Abwehr weniger Zugriff hatten, und erspielte sich eine 15:13-Führung zur Pause. 

Gut für die SG Flensburg-Handewitt, dass Emil Jakobsen seine Erkrankung doch überstanden hatte. Der Däne musste Hampus Wanne ablösen, der nicht nur beim Siebenmeter schwer in die Partei fand. Ansonsten zeigte sich, dass die mentale Herausforderung für die Flensburger eine erhebliche war. 

Willensleistung

Auch in der zweiten Halbzeit war es eine pure Willensleistung der SG, die nahezu mit identischer Rückraumbesetzung durchackern musste. Gottfridsson kam zwar immer wieder für einige Minuten, aber mehr als etwas Entlastung lieferte der Schwede nicht.

Dennoch biss sich die Flensburger Besetzung durch und vor allem richtig fest am TVB. Der Lohn war die 22:21-Führung (48.), die nicht durch schönen Handball, sondern nur über den Kampf geholt wurde. Hilfreich dabei die hohe Treffsicherheit von Linksaußen Emil Jakobsen und eine Abwehr, die sich wieder ihren Namen verdiente.

So konnte die SG Flensburg-Handewitt eine Zwei-Tore-Führung mit in die Schlussphase nehmen und am Ende auch über die Zeit bringen. Der 28:26-Sieg wird nicht als spielerische Glanzleistung der Flensburger in die Geschichte eingehen, aber die Charakterfrage hat die Mannschaft von Maik Machulla einmal mehr eindrucksvoll beantwortet. 

TVB Stuttgart - SG Flensburg-Handewitt 26:28 (15:13)

Statistik:

TVB Stuttgart: Pesic, Thulin, Vujovic - Häfner 1, Ruanrsson, Weiss 3, Hanusz 5, Schulze 1, Röthlisberger 1, Nicolaus 3, Foege, Augustiunussen, Zieker 9/6, Müller 1, Pfattheicher 2, Peshevski.

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Møller - Adam, Golla 5, Hald, Hasenkamp, Svan, Wanne 2/1, Steinhauser 5, Mensah Larsen 1, Søgard Johannessen 1, Gottfridsson 1, Jakobsen 11/3, Einarsson 2, Lindskog.

Zeitstrafen: 0:3 ( - Mensah Larsen, Hald x2)

Siebenmeter: 6/6:7/4 (- Wanne scheitern an Vujovic x2, Jakobsen über das Tor)

Schiedsrichter: Martin Thone/Marijo Zupanovic.