Wunder ist ausgeblieben

Die SG Flensburg-Handewitt muss im Viertelfinale der Champions League gegen den FC Barcelona die Segel streichen. 

Wie im Hinspiel musste die SG Flensburg-Handewitt auch in Barcelona ohne Sieg die Platte verlassen
Wie im Hinspiel musste die SG Flensburg-Handewitt auch in Barcelona ohne Sieg die Platte verlassen Foto: Sebastian Iwersen

Barcelona. Dass es am Ende für die SG Flensburg-Handewitt gegen den FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League nicht zum Wunder gereicht hat, mussten sich die Norddeutschen auch selbst zuschreiben. 

Ausgestattet mit großem Kämpferherz und einer einmal mehr besonderen Defensive, war es der Angriff, der nicht genug aus seinen vorhandenen Möglichkeiten machte. Bei der 24:27-Niederlage spielte dabei nicht einmal Schreckgespenst Perez de Vargas im Tor der Katalanen eine übergeordnete Rolle. Bis in die Schlussphase blieb es ein Duell auf Augenhöhe, wo es den Flensburgern aber nicht gelang sich einmal richtig abzusetzen. So war der Vier-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel nicht mehr auszumerzen.

Eine besondere Halle

Das Palau Blaugrana trieft förmlich vor Tradition und Erfolg. Wer nicht hartgesotten und erprobt ist als Handballer, kann vor dem Rahmen, die die etwas  in die Jahre gekommene Halle ausstrahlt, durchaus vor Ehrfurcht erstarren. Dass zudem Granden wie Valero Rivera, der sechs Mal mit Barcelona die Champions League gewonnen hat, oder Andrei Xepkin, der als Spieler sieben Mal die Trophäe gewinnen konnte, auf der Tribüne tummeln, macht den Ort noch faszinierender. 

Die SG Flensburg-Handewitt ist jedoch sowohl als Klub, als auch die Spieler als solche durch etliche Prüfungen marschiert. Einen Beginn, wie in heimischer Halle im Hinspiel, sollte unbedingt vermieden werden. Das frenetische, aber nicht sonderlich zahlreich erschienene Publikum, war in jedem Fall kein Bremsklotz für die SG. Die mit Lasse Svan, Mads Mensah Larsen, Hampus Wanne, Johannes Golla, Jim Gottfridsson, Teitur Einarsson und Benjamin Buric startete. In der Abwehr kamen Gøran Søgard Johannessen und Simon Hald.

Insgesamt gelang den Flensburgern ein wesentlich besserer Start, als noch im Hinspiel. Während die Abwehr von Beginn an da war, tat sich der Angriff schwer, die durchaus gut herausgespielten Möglichkeiten zu nutzen. Nach zehn Minuten lag man so lediglich mit 2:3 zurück. Pfostenwürfe von Johannes Golla oder einen Siebenmeter über das Tor von Hampus Wanne, waren dabei nur einige der ausgelassenen Chancen.


Hampus Wanne biss auf die Zähne, hatte aber immer noch Probleme mit deinem Fuß. - Foto: Sebastian Iwersen

Bitter für die SG war, dass Hampus Wanne nach knapp 20 Minuten das Spielfeld mit Schmerzen im lädierten Fuß wieder verlassen musste. Da auch Emil Jakobsen aufgrund eines grippalen Infektes im Hotel bleiben musste, gab Marius Steinhauser auf der ungewohnten Linksaußenposition sein Debüt. Das war allerdings nur ein kurzes Intermezzo genauso, wie für Mads Mensah Larsen. Wanne biss auf die Zähne und spielte die letzten Minuten vor der Pause.

Diese konnte die SG Flensburg-Handewitt offen gestalten und dank einem gut aufgelegten Benjamin Buric sogar einige Konter laufen. Mit einem 10:10-Unentschieden ging es in die Pause und die Hoffnung auf eine Teilnahme am Final4 lebte noch.

Den Schwung von der Pause machten sich die Gäste zu Beginn der zweiten Halbzeit selbst kaputt. Zeitstrafen gegen Simon Hald und kurz darauf gegen Gottfridsson stoppten den eigentlich guten Lauf. Barca konnte sich dennoch nicht absetzen, die SG, die vier Tore aufholen musste, aber auch nicht und langsam wurde auch die Zeit ein Faktor.

Bis in die Schlussphase hinein blieb es ein Duell auf Augenhöhe, wo sich keine der Mannschaften ernsthaft absetzen konnte. Die Hypothek aus dem Hinspiel wog aber entsprechend schwer und eine Chance auf das Weiterkommen schwand, trotzt größtem Bemühen, von Minute zu Minute.

Am Ende stand mit der 24:27-Niederlage einmal mehr das Aus im Viertelfinale der Königsklasse für die SG Flensburg-Handewitt zu Buche. Zeit zu Grämen hat die SG aber nicht, wartet am Sonntag doch bereits das ewig junge Nordderby gegen den THW Kiel.

19 maj 2022, 20:20
Timo Fleth
tif@fla.de

FC Barcelona - SG Flensburg-Handewitt 27:24 (10:10)

Statistik:

FC Barcelona: de Vargas, Maciel - Mem 6/3, Arino 2, Janc 3, N`Guessan, Aleix 2, Thiagus Petrus 1, Cindric 4, Fernandez Perez 1, Ibanez, Makuc 1, Langaro 2, Ben Ali 5, Richardsson, Ali Zein. 

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Møller - Golla 4, Hald, Hasenkamp, Svan 4, Wanne 6/2, Steinhauser, Mensah Larsen 2, Søgard Johannessen 3, Gottfridsson 2, Einarsson 3, Lindskog.

Zeitstrafen: 1:4 (Aleix - Gottfridsson x2, Hald x2)

Siebenmeter: 3/3: 3/2 (- Wanne über das Tor)

Schiedsrichter: Dalibor Jurinovic/Marko Mrvica.