Schwacher Beginn verhagelt bessere Ausgangslage

Die SG Flensburg-Handewitt kann gegen den FC Barcelona nicht gewinnen. Die knappe Niederlage lässt allerdings noch ein Quentchen Resthoffnung für das Rückspiel.

Wenn die SG Flensburg-Handewitt um Spielmacher Jim Gottfridsson mal eine Lücke in der guten Gäste-Deckung gefunden hatte, stand Perez de Vargas noch im Weg.
Wenn die SG Flensburg-Handewitt um Spielmacher Jim Gottfridsson mal eine Lücke in der guten Gäste-Deckung gefunden hatte, stand Perez de Vargas noch im Weg. Foto: Sebastian Iwersen

Flensburg. Zum neunten Mal ihn Folge hat die SG Flensburg-Handewitt nicht gegen den FC Barcelona gewinnen können. Nach einer unterirdischen Anfangsphase hat sich die Heimmannschaft im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League mit der 29:33-Niederlage aber immerhin noch eine Restchance auf das Weiterkommen zum Final4 erhalten. Mit großem Kampf in der zweiten Halbzeit wurde eine komplette Demontage, die im Bereich des möglichen war, verhindert.

SG-Trainer Maik Machulla musste wiedererwartend bei der Kaderzusammenstellung doch auf die Youngster zurückgreifen. So waren sowohl Torhüter Felix Backhaus, wie auch die Feldspieler Finn Hasenkamp und Frederik Adam auf dem Spielbericht. Damit war der Härtetest für Benjamin Buric und Hampus Wanne, der in Jeans in der Halle unterwegs war, wohl nicht ganz so ausgefallen, wie es sich Machulla gewünscht hat.

Die Startaufstellung hielt so auch wenig Überraschungen bereit. Im Tor stand Kevin Møller und davor Emil Jakobsen, Johannes Golla, Lasse Svan, Mads Mensah Larsen, Jim Gottfridsson und Simon Hald. Im Angriff kam dann Teitur Einarsson für den Abwehrchef.

Katastrophaler Start

Die Heimmannschaft wollte eigentlich Gäste-Keeper Perez de Vargas nicht ins Spiel kommen lassen, machte aber in einer stimmungsvollen Flens-Arena zu Beginn genau das Gegenteil. Nach rund zehn Minuten war der Rückstand beim 2:9 schon erheblich. Die Heimmannschaft erspielte sich Chancen, scheiterte aber immer wieder am Barca-Keeper. Dabei konnte auch das Steckenpferd, die Deckung, dem Tempo der Katalanen überhaupt nicht folgen. Die Konsequenz waren zwei Zeitstrafen gegen Golla und Hald nach nicht einmal fünf Minuten. 

Langsam, aber nur ganz langsam, fanden die Gastgeber im Verlauf der ersten Halbzeit im Angriff einen Weg an de Vargas vorbei. Der Rückstand pendelte sich auch dank der Paraden vom eingewechselten Benjamin Buric so bei sechs Toren ein. Erst eine ordentlich gespielte Überzahl-Situation ließ den Rückstand noch weiter schmelzen. 

Zur Pause lag die SG Flensburg-Handewitt dennoch 13:18 zurück. Dabei war Wanne-Vertreter Emil Jakobsen ein sicherer Siebenmeterschütze, auch wenn er aus dem Feld einige freie Bälle ausgelassen hatte. Insgesamt fehlte dem Spiel der Heimmannschaft aber die Konsequenz - in Abwehr und Angriff.


Emil Jakobsen war ein sicherer Siebenmeterschütze. - Foto: Sebastian Iwersen

Ansätze, um eine Aufholjagd zu starten, waren zu Beginn der zweiten Halbzeit durchaus vorhanden, doch einfache Fehler bestrafte Barcelona sofort. Zudem fiel den Gästen auf jede Abwehraufgabe, die die Heimmannschaft stellte, eine Lösung ein. So ging es nach rund zehn Minuten der zweiten Hälfte eigentlich bereits darum, die Ausgangsposition für das Rückspiel nicht gänzlich zu versauen. 

Dass die SG Flensburg-Handewitt aber durchaus mit einem Kämpferherz ausgestattet ist, hätte sich auch bis nach Barcelona rumsprechen können. Sobald die Spanier den Fuß nur ein wenig vom Gaspedal nahmen, war die SG da. Nach 46 Minuten verkürzte Emil Jakobsen auf 22:25 und keiner in der Halle saß mehr.

Am Ende blieb es aber ein Strohfeuer der Flensburger. Barcelona schaltete rechtzeitig wieder ein Gang hoch. Die SG Flensburg-Handewitt besitzt mit der 29:33-Niederlage aber immer noch eine Restchance sich im Rückspiel in der kommenden Woche noch für das Final4 der Königsklasse zu qualifizieren. Dafür braucht es aber von Beginn an eine konzentrierte Leistung.

11 maj 2022, 20:21
Timo Fleth
tif@fla.de

SG Flensburg-Handewitt - FC Barcelona 29:33 (13:18)

Statistik:

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Backhaus, Møller - Golla 5, Hald, Hasenkamp, Svan 4, Wanne, Steinhauser, Mensah Larsen 1, Søgard Johannessen 5, Gottfridsson 2, Jakobsen 9/4, Einarsson 3, Adam, Lindskog.

FC Barcelona: de Vargas, Maciel - Mem 6, Arino 1, Janc 2, N`Guessan 2, Aleix 5/3, Thiagus Petrus, Cindric 2, Fernandez Perez 2, Ibanez, Makuc 1, Langaro 1, Ben Ali 8, Richardsson 3, Zein.

Zeitstrafen: 4:4 (Hald 2x, Golla, Søgaard Johannessen - Ben Ali, Langaro, Fernandez Perez, Arino)

Siebenmeter: 4/4:4/3 ( - Aleix scheitert an Buric)

Schiedsrichter: Vaclav Horacek/Jiri Novotny (Tschechien).

Zuschauer: 5066.