Cheftrainer-Wunsch ja, aber nicht um jeden Preis

Irgendwann möchte Mark Bult als hauptverantwortlicher Trainer einen Bundesligisten traineren. Der Niederländer hat jedoch ein »großes SG-Herz«, deshalb ist eine Verlängerung in Flensburg über 2023 hinaus auch nicht ausgeschlossen.

Mark Bult möchte irgendwann einen Bundesligisten trainieren.
Mark Bult möchte irgendwann einen Bundesligisten trainieren. Foto: Lars Salomonsen

Flensburg. Am Montagmorgen um 10 Uhr klingelte das Telefon von Mark Bult. Bestens gelaunt nahm der Co-Trainer der SG Flensburg-Handewitt ab und freute sich über die »deutsche Pünktlichkeit« des Anrufers. Obwohl Bult mit der SG am Tag davor ein schmerzliches 23:23-Unentschieden in der Handball-Bundesliga beim HBW Balingen-Weilstetten hinnehmen musste und erst um Mitternacht wieder in Handewitt angekommen war - für das abgemachte Interview stand er natürlich bereit.

»Nach so einem Spiel ist es immer schwierig einzuschlafen, aber so spät waren wir nicht zurück, ich habe schon ein bisschen geschlafen«, so Bult, der allerdings schon wieder mitten in der Vorbereitung auf die Duelle mit der MT Melsungen und vor allem dem SC Magdeburg (26. Dezember) war.

Bult hat als Co von Maik Machulla einen großen Aufgabenbereich und ist vor allem auch bei der akribischen Spielvorbereitung gefragt. Generell findet er es »schön«, als Assistent derart viel Verantwortung übertragen zu bekommen und weiß das zu schätzen. Dennoch hat der Niederländer für die eigene Karriere eine klare Vorstellung und sagt: »Ich möchte irgendwann einen Bundesligisten trainieren.« Der zweifache Familienvater ist allerdings nicht blauäugig und weiß, dass er sich das »nicht einfach aussuchen kann«. Bult weiß auch: »Es gehört auch Glück dazu, muss vom Verein her passen und es muss auch für mich und die Familie passen.« Die fühlt sich in Handewitt wohl und Bult, dessen Vertrag noch bis 2023 läuft, macht keinen Hehl daraus, dass er inzwischen ein »großes SG-Herz« hat. Der 39-Jährige kam im Winter 2017 zur SG, half ein halbes Jahr lang als Spieler aus und wurde danach Co-Trainer von Machulla.

»Die SG ist mir sehr wichtig«, so der Mann, dessen Vertragslaufzeit seinerzeit angepasst worden war, als Machullas Arbeitspapiere bis 2023 verlängert wurden. Inzwischen hat Machulla einen neuen Vertrag um weitere drei Jahre bis 2026 unterzeichnet. Er würde Bult gerne als Co behalten, weiß jedoch auch um dessen Ambitionen, wie er bei seiner Vertragsunterschrift betonte.

Der Verein würde auch gerne mit Bult verlängern und hat ihm das bereits signalisiert. Im Januar soll es laut Bult »Orientierungsgespräche« mit dem zukünftigen Geschäftsführer Holger Glandorf geben. Bult und seine Ambitionen sind durchaus schon für andere Vereine der HBL von Interesse gewesen, genauer geht er auf dieses Thema jedoch nicht ein. Er ist offen für die kommenden Gespräche mit der SG. »Letzen Endes hat mich aber die Arbeit hier bei der SG mit Maik Machulla weiterhin überzeugt«, so Bult, der seit rund einem halben Jahr einen Berater an seiner Seite hat. Der Däne Christian Henriksen vertritt mit seiner Firma »CHJ Management« u.a. auch die Nationaltrainer Christian Berge (Norwegen), Glenn Solberg (Schweden) und Jesper Jensen (Dänemarks und Esbjergs Frauen). Ein Engagement in Dänemark fände Bult »interessant«, denn die dänische Liga schätzt er als »passend« für ihn ein. Denn für ihn steht auch fest: »Ich schätze die SG sehr und kann mich hier als Trainer weiterentwickeln. Sollten Angebote auf mich zukommen, werde ich mich damit sicherlich auseinandersetzen. Am Ende muss aber das Gesamtpaket für mich passen.«

Einen Wechsel in die 2. Liga oder seine niederländische Heimat schließt Bult aus. Er wird sich zunächst voll und ganz auf die SG Flensburg-Handewitt konzentrieren. 

23 dec 2021, 7:01
Ruwen Möller
rm@fla.de