Das Flensburger Kader-Puzzle

Verletzungen und Blessuren machen der SG Flensburg-Handewitt und Trainer Maik Machulla bei der Planung einmal mehr das Leben schwer. Wer schlussendlich in der Champions League gegen Veszprem zur Verfügung stehen wird, entscheidet sich wieder erst sehr spät. 

Der Einsatz von Aaron Mensing gegen Veszprem wird sich nach seiner Sprunggelenksverletzung erst kurzfristig entscheiden.
Der Einsatz von Aaron Mensing gegen Veszprem wird sich nach seiner Sprunggelenksverletzung erst kurzfristig entscheiden. Foto: Lars Salomonsen

Flensburg. Nicht nur, aber insbesondere in dieser Saison, ist eine der wichtigsten Fragen im Vorfeld der Spiele der Handballer der SG Flensburg-Handewitt, die nach dem Kader. So auch vor der Partie in der Champions League am Donnerstag (18.45 Uhr/DAZN) gegen Veszprem. 

Neben dem langzeitverletzten Lasse Møller (Knie) fielen zuletzt auch Franz Semper (Kreuzband), Hampus Wanne (Corona), Aaron Mensing (Sprunggelenk) und Magnus Rød (Knie) aus.

»Eigentlich werden wir wohl den gleichen Kader zur Verfügung haben wie zuletzt gegen den Bergischen HC«, sagt SG-Trainer Maik Machulla, ehe er aber doch noch etwas ausholt.

»Bei Gøran (Søgard Johannessen/Red.) müssen wir nach der Verletzung immer noch vorsichtig sein und aufpassen, den Druck nicht zu groß werden zu lassen. Er hat uns aber zuletzt schon sehr geholfen. Bei Aaron (Mensing/Red.) ist es schmerzabhängig. Es ist aber das Sprungbein und wenn er da gehandicapt spielt, macht das auch keinen Sinn«, erklärt Machulla, der sich aber über die Fortschritte von Franz Semper freut. Einen Einsatz gegen Veszprem schließt der SG-Trainer aber noch aus. 

Neben Semper steht auch Hampus Wanne nach überstandener Coronaerkrankung zur Verfügung. Inwieweit es bereits zu Spielzeit reicht, bleibt aber abzuwarten.

»Wir haben mit Emil Jakobsen, der zuletzt sehr stark gespielt hat, auf dieser Position keine Probleme, auch wenn Hampus Wanne nicht voll spielen kann«, so Maik Machulla.

Das Allerwichtigste ist, dass wir im Gegensatz zum Hinspiel unsere Chancen besser nutzen, viel mutiger spielen und von unserem Plan vollkommen überzeugt sind. Die Nase muss da rein, wo es weh tut.

Maik Machulla, Trainer SG Flensburg-Handewitt

Tempospiel

Die Ungarn werden die SG Flensburg-Handewitt aber unabhängig von der personellen Situation fordern. Auch wenn der X-Faktor im Spiel von Veszprem verletzungsbedingt fehlen wird.

»Dadurch, dass Petar Nenadic nicht dabei ist, bekommt Veszprem jetzt personell keine großen Probleme. Die Unberechenbarkeit geht allerdings verloren. Es ist sicherlich kein Nachteil, dass er gegen uns fehlen wird. Veszprem wird aber strukturierter und der Ball wird dadurch flüssiger laufen. Nenadic ist eigentlich immer auf dem Feld«, so Machulla, der aber auch eine Veränderung des Spielstiles wahrgenommen hat: »Veszprem hat mittlerweile Spieler, bei denen das Tempospiel in der Veranlagung liegt. Entsprechend stehen die 60 Minuten auf dem Gas. Fehlt uns Aaron Mensing, werden wir schon wieder mit unseren Kräften haushalten müssen. Das wird gegen eine solche Mannschaft sehr schwer.«

Chancenverwertung

Im Hinspiel kassierte die SG eine 23:28-Niederlage, bei der Maik Machulla gerade mit dem ersten Durchgang nicht zufrieden war. Entsprechend klar ist auch die Forderung an seine Mannschaft:

»Das Allerwichtigste ist, dass wir im Gegensatz zum Hinspiel unsere Chancen besser nutzen, viel mutiger spielen und von unserem Plan vollkommen überzeugt sind. Die Nase muss da rein, wo es weh tut«, sagt der SG-Trainer.

Beim Blick auf die Ausgangslage der Gruppe indes wird deutlich, dass die Flensburger einmal mehr unter Zugzwang stehen. Noch liegt man zwei Punkte vor dem FC Porto auf Platz sechs, der gleichbedeutend mit dem Einzug ins Achtelfinale wäre. Ohne weitere Punkte in den verbliebenen fünf Gruppenspielen könnte das Weiterkommen in Gefahr geraten.

»Wir stehen, aus bekannten Gründen, in der Gruppe zu recht da, wo wir stehen. Die Niederlagen gegen Saporoshje und den FC Porto tun daher richtig weh. Wir müssen hart für das Achtelfinal-Ticket kämpfen, deshalb müssen jetzt auch mal zwei Punkte holen, die nicht eingeplant waren. Veszprem gehört nach wie vor zu den Spitzenmannschaften«, so Machulla.

Helfen soll dabei eigentlich einmal mehr die Halle, doch bislang wurden im Vorfeld lediglich 1700 Karten abgesetzt. Die Spiele gegen Veszprem und am Sonntag gegen Leipzig sind vorerst die letzten mit voller Auslastung (wir berichteten). Entsprechend lautet die Hoffnung der SG-Verantwortlichen, dass noch einige Fans kurzentschlossen in die Halle kommen.

8 dec 2021, 18:06
Timo Fleth
tif@fla.de