Abwehrsteigerung der Schlüssel zum Sieg

Die SG Flensburg-Handewitt hat ihren Personalproblemen getrotzt und mit einer, im zweiten Durchgang, starken Deckungsleistung bei Dinamo Bukarest zwei wichtige Punkte in der Champions League eingefahren. 

Auf Mads Mensah Larsen lastete in Abwesenheit von Jim Gottfridsson viel Verantwortung im SG-Angriff.
Auf Mads Mensah Larsen lastete in Abwesenheit von Jim Gottfridsson viel Verantwortung im SG-Angriff. Foto: Sebastian Iwersen

Bukarest. Die SG Flensburg-Handewitt kann scheinbar kaum etwas aus der Bahn werfen. Bei Dinamo Bukarest in der Champions League war es eine enorme Abwehrsteigerung im zweiten Durchgang, mit einem herausragenden Benjamin Buric im Tor, die den schlussendlich absolut verdienten 28:20-Sieg gesichert haben.  

Der Kader den Aushilfstrainer Michael Jacobsen, eigentlich Trainer der zweiten Mannschaft in der Oberliga Schleswig-Holstein/Hamburg und der A-Jugend in der Bundesliga der Flensburger, in Rumänien zur Verfügung hatte, war vor erheblich geschrumpft. 

Neben Simon Hald, der als coronaerkrankt bestätigt ist, und den ohnehin langzeitverletzten Franz Semper, Lasse Møller und Gøran Johannessen, fehlten bei Dinamo Bukarest auch Jim Gottfridsson, Hampus Wanne und Magnus Rød neben den Trainern Maik Machulla und Mark Bult. Während der Norweger wieder Probleme mit dem Knie hat, gab es für den Ausfall des schwedischen Duos keine weitere Erklärung. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch dort Corona der Grund ist, ist nach der Ursprungsmeldung am vergangenen Wochenende von fünf infizierten bei der SG Flensburg-Handewitt aber recht groß.

Guter Auftakt

Entsprechend verändert war damit auch die Anfangsaufstellung. So schickte Michael Jacobsen, in enger Abstimmung mit dem in häuslicher Quarantäne befindlichen Maik Machulla, Emil Jakobsen, Lasse Svan, Johannes Golla, Aaron Mensing, Mads Mensah Larsen, Teitur Einarsson und Torhüter Benjamin Buric auf die Platte. In der Abwehr kam Anton Lindskog für Einarsson.

Die neuformierte SG-Truppe erwischte einen guten Beginn in Bukarest. Im Angriff wurden gegen offensiv attackierende Gastgeber gute Lösungen gefunden, da fiel zunächst die noch nicht komplett sattelfeste Abwehr ins Gewicht. Erst eine schwache Überzahlphase, die 0:2 verloren wurde, lies die Gastgeber erstmals in Führung gehen.

Die Gäste blieben aber dran, auch wenn das Spiel zwischenzeitlich ziemlich wild wurde. Hilfreich dabei Benjamin Buric, der einige freie Bälle entschärfen konnte. Gerade gegen die Kreisspieler hatte die SG-Deckung so ihre Schwierigkeiten und im Angriff wurde die Last häufig auf die Schultern von Mads Mensah Larsen gelegt. 

Insgesamt behielt die SG Flensburg-Handewitt aber in der ersten Halbzeit einen kühlen Kopf und ging verdient mit einem 13:13 in die Pause. 

Deckungssteigerung

Nach dem Seitenwechsel brauchte die SG zunächst einige Minuten, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen. Dabei machten auch die zwei schnellen Zeitstrafen gegen Anton Lindskog zunächst nichts aus. Im Gegenteil! 

Die Flensburger kamen über gute Deckungsaktionen ins Laufen und konnte sich so erstmals auf vier Tore absetzen (43.). Das Spiel über den Kreis hatten die Gäste bis dahin nahezu ausgeschaltet und auch im Spiel sieben gegen sechs der Rumänen war dies kein Faktor mehr. In den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit kassierten die Flensburger lediglich vier Treffer, nicht zuletzt auch dank eines immer stärker werdenden Benjamin Buric.

Am Ende konnte auch die offene Deckung der Heimmannschaft die SG Flensburg-Handewitt nicht mehr aus der Bahn werfen. Mit dem 28:20-Sieg haben die Flensburger die Punkte sechs und sieben auf ihr Konto gepackt und ihren Platz im Kampf um das Achtelfinale in der Champions League gefestigt. 

25 nov 2021, 20:10
Timo Fleth
tif@fla.de

Dinamo Bukarest - SG Flensburg-Handewitt 20:28 (13:13)

Statistik

Dinamo Bukarest: Ghedbane, Heidarrirad - Racotea 1, Alouini 1, Ghionea 4/1,  Gurbindo 1, Negru, Dissinger, Pascual 1, Gavrilova 2, Campos 5, Bizau, Ghalemirz, Shebib 5, Militaru, Sorhaindo.

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Møller - Golla 3, Svan 1, Meyer-Siebert, Steinhauser (n.e.), Mensah Larsen 5, Müller (n.e.), Jakobsen 5, Mensing 8, Einarsson 5, Lindskog 1.

Zeitstrafen: 2:4 (Dissinger 2x - Mensing, Lindskog 2x, Mensah Larsen)

Siebenmeter: 3/1: 0/1 (Ghionea scheitert an Buric 2x - Jakobsen scheitert an Ghedbane)

Schiedsrichter: Vaclav Horacek/Jiri Novotny.

Zuschauer: keine.