Ein Punktgewinn dank toller Moral

Die Zweitliga-Handballerinnen des TSV Nord Harrislee spielten 26:26 (14:10) beim HSV Solingen-Gräfrath. Johanna Andresen krönte die famose Aufholjagd.

Johanna Andresen sicherte den Nordfrauen einen umjubelten Punkt in Solingen.
Johanna Andresen sicherte den Nordfrauen einen umjubelten Punkt in Solingen. Foto: Tim Riediger

Solingen/Harrislee. Als ob der Trainer es geahnt hätte: Kampflos in Solingen die Punkte herzuschenken, das stand nicht auf seinem Plan. Schließlich gab es vor ziemlich genau einem Jahr bereits einmal eine Punkteteilung. Nun freute sich der Trainer des TSV Nord Harrislee erneut über ein Unentschieden. 26:26 (14:10) hieß es in der nur spärlich besuchten Solinger Klingenhalle zwischen dem bis dahin vor eigenem Publikum immer siegreichen HSV Solingen Gräfrath und dem in der Ferne zwei Mal unterlegenen Gast.

»Dass wir diese Moral haben, ist mega«, meinte Rogge nach der überaus spannenden Partie. Denn die Solingerinnen schienen dank des neunten Treffers ihrer Rückraum-Shooterin Vanessa Brandt die Punkte elf und zwölf bereits eingetütet zu haben. 26:23 stand es etwas mehr als fünf Minuten vor dem Ende – und der TSV musste auf zwei so wichtige Spielerinnen verzichten: Torjägerin Madita Jeß hatte sich kurz zuvor den Fuß umgeschlagen und stand ebenso nicht mehr zur Verfügung wie Tabea Schleemann. Die Rechtsaußen war seit der 41. Minute verletzungsbedingt nicht mehr am Ball. Für ein Foul an ihr war die Gräfratherin Franziska Penz mit der roten Karte bestraft worden.

Doch die Nordfrauen ließen sich nicht beirren – sicherlich begünstigt durch taktisch unkluge, weil viel zu frühe Abschlüsse der Gastgeberinnen. Katharina Rahn nahm das Heft in die Hand, machte zunächst das 26:24 (58.), dann das 26:25 (59.) nach einem Fehlpass der nervösen Vanessa Brandt. Schließlich vergab Vanessa Nanfack, neben Brandt die beste Gräfrather Werferin, freistehend. 

Ihre Trainerin Kerstin Reckenthäler versuchte, mit einer grünen Karte die letzte Minute heil zu überstehen. Olaf Rogge stellte auf einen 5:1-Abwehr um - eine goldrichtige Entscheidung, wie sich zeigte. Denn ein Pass von Rechtsaußen Hannah Kamp landete beim TSV Nord. Rogge wiederum nahm eine Auszeit. Mit Erfolg. Johanna Andresen vollstreckte fünf Sekunden vor dem Abpfiff zum verdienten Ausgleich. »Wir sind der moralische Sieger«, jubelte Olaf Rogge.

31 okt 2021, 18:34
Lutz Clauberg
sport@fla.de

HSV Solingen-Gräfrath - TSV Nord Harrislee 26:26 (14:10)

Statistik

HSV Solingen-Gräfrath: Krückemeier, Fahnenbruck, Gün - Senel 3, Clauberg n.e., Nanfack 8/3, Münch, Reinarz 2, Tesche, Kamp 3, Müller 1, Penz, Jörgens, Weyh, Brandt 9.

TSV Nord: Tiedemann, Fasold - Volquardsen 1, Pleger 1, Mettner 1, Lauf 3, Jo. Andresen 5/1, Rahn 3, Jess 8/1, Schleemann 4, Groth, Fischer, Albers.

Schiedsrichter: Leonard Bona/Malte Frank. 

Zuschauer: 170.

Siebenmeter: 4/3:4/2. 

Zeitstrafen: 3:2.

Rote Karte: Penz (41.).