Die SG hat dem Druck standgehalten

Die Handballer der SG Flensburg-Handewitt gewinnen 33:27 beim HSV Hamburg.

Johannes Golla und die SG Flensburg-Handewitt haben sich beim HSV Hamburg zu zwei ersehnten Punkten gekämpft.
Johannes Golla und die SG Flensburg-Handewitt haben sich beim HSV Hamburg zu zwei ersehnten Punkten gekämpft. Foto: dpa

Franke Heike

sport@fla.de

10. okt 2021, 18:35 d. 10. okt 2021, 18:35 kl. 10. okt 2021, 18:35

Hamburg. Johannes Gollas Jubelausbruch in Richtung der Flensburger Fans war sinnbildlich – so viel Last fiel da von den Schultern der SG-Profis: Der Nationalspieler traf in der 49. Minute zum 27:23, endlich mal eine höhere Führung, und wie er traf. Per Rückhandwurf vom Kreis. Dann drehte sich Golla im Zurücklaufen zu den 300 Anhängern in Rot, Blau und Weiß unter den 6400 Zuschauern in der Barclays Arena und riss die Arme hoch: Wir leben noch!

»Es tat sehr gut, nach der schlechten Phase mal wieder zu gewinnen, und die Fans haben uns sehr geholfen«, sagte Golla später, »wir sind immer noch schlecht gestartet, aber der Sieg hilft natürlich.« Trainer Maik Machulla atmete nach dem Abpfiff und Jubel mit den Fans einmal tief durch: »Das war kein normales Bundesligaspiel heute. Wir standen ordentlich unter Druck, aber man hat gesehen, dass wir als Mannschaft ganz eng zusammen stehen.«

Einige Paraden des eingetauschten Benjamin Buric halfen, den am Ende sicheren 33:27-Sieg gegen den HSV Hamburg einzufahren. Die Krise hat nach diesem Sieg beim starken Aufsteiger eine Pause. Beim 22:22 in der 40. Minute hatte es allerdings nicht danach ausgesehen. Doch Jim Gottfridssons bekannte Qualitäten als Lenker und Torschütze (sieben Tore) kamen diesmal genau zum richtigen Zeitpunkt – und das, obwohl sich der Schwede kaum beschwerdefrei bewegen konnte.

Begonnen hatte alles verkrampft. Und die Abfolge der Tore war lange die immer gleiche – traf Flensburg, konterte der HSV. Die Gegentreffer fielen viel zu schnell. Kevin Møllers sieben Paraden bis zur Pause halfen der SG, dem Aufsteiger wenigstens auf den Fersen zu bleiben, doch beim 9:11 in der 19. Minute war erstmals zu spüren, dass es ein komplizierter Nachmittag würde.

Dann half eine 5:1-Torfolge mit Treffern vor allem von Gottfridsson und Hampus Wanne – die Bankbesatzung samt Co-Geschäftsführer Holger Glandorf sprang auf, als aus einem 9:11 das 14:12 wurde (27. Minute). Glandorf, der Ex-Profi, nahm Platz, weil Mark Bult im Spieltrikot antrat; Franz Semper hatte nach dem Pokalaus in Erlangen Probleme mit dem operierten Knie angezeigt und ließ sich von seinem Leipziger Operateur durchchecken.

Wieder Wanne zum 16:13, Simon Hald zum 17:13 in der 29. Minute per Gegenstoß: Plötzlich sah es besser aus. Trotz dreier Zeitstrafe, gleich zwei gegen Anton Lindskog, führte der Vizemeister nach 30 Minuten 17:14.

Nach der Pause setzte sich die SG mit vier Treffern ab. Doch einfach ist anders und bislang nicht nach Art der Flensburger. Hamburg, am Mittwoch im Pokal an Berlin gescheitert, blieb dran, machte der SG das Leben schwer. Doch Mitte der zweiten Halbzeit hatte sich der schmale Flensburger Kader auf die offensivere Hamburger Deckung eingestellt und kam vom Kreis und aus dem Rückraum zu den notwendigen Treffern.

Während die SG durchzog, fehlte dem HSV gerade aus dem Rückraum die Kraft: »Wir haben Moral gezeigt, den Kampf angenommen und am Ende auch wieder guten Handball gespielt«, urteilte Maik Machulla.

HSV Hamburg - SG Flensburg-Handewitt 27:33 (14:17)

Statistik

HSV: Bitter, Vortmann - Mortensen 6/1, Tissier 2, Späth, Weller 7/2, Ossenkopp 1, Gertges, Andersen 2, Bauer, Forstbauer 5, Bergemann 1, Kleineidam, Valiullin 3.

SG: Buric, Møller - Golla 5, Hald 3, Bult, Svan 2, von Oettingen, Wanne 8/2, Meyer-Siebert, Steinhauser, Mensah Larsen 3, Gottfridsson 7, Jakobsen, Mensing 5, Lindskog.

2M: 3:5. 

7M: 4:2. 

SR: Suresh Thiyagarajah/Ramesh Thiyagarajah. 

ZS: 6435.