Rückschritt bedeutete das Pokalaus

Die SG Flensburg-Handewitt ist in der 2. Runde des DHB-Pokals am HC Erlangen gescheitert und nach der 26:29-Niederlage ausgeschieden.

Jim Gottfridsson musste gegen Erlangen körperlich einiges einstecken und verletzte sich im ersten Durchgang - allerdings ohne Fremdeinwirkung, der Schwede rutschte weg.
Jim Gottfridsson musste gegen Erlangen körperlich einiges einstecken und verletzte sich im ersten Durchgang - allerdings ohne Fremdeinwirkung, der Schwede rutschte weg. Foto: ISPFD/Werner F. Schönberger

Flensburg. Der HC Erlangen ist in dieser Saison der Angstgegner für die SG Flensburg-Handewitt. Nachdem die Süddeutschen vor wenigen Wochen beim 27:27-Remis erstmals in der Bundesliga ein Remis in Flensburg holten, schafften sie jetzt, im 13. Pflichtspiel gegen die SG, erstmals einen Sieg. Bitter für die Norddeutschen: der 29:26 (16:12)-Erfolg des HC bedeutete für Flensburg gleichzeitig das Aus in der 2. Runde des DHB-Pokals (erstmals seit 2005/06). 

Damit bleibt es dabei, unter Maik Machulla als Cheftrainer ist der Pokal-Wettbewerb nicht die Sache der SG. Dreimal kam das Aus in eigener Halle im Achtelfinale, jetzt sogar schon eine Runde früher. Damit ist die erste Chance auf einen Titel in dieser Saison bereits futsch. Und noch ärgerlicher: Spielmacher Jim Gottfridsson verletzte sich im ersten Durchgang und ist mindestens mal angeschlagen aus dem Spiel gegangen. Zudem war die gezeigte Leistung der Gäste ein klarer Rückschritt. Nach dem holprigen Saisonstart, gab es zuletzt beim Unentschieden gegen Paris und dem Sieg in Lübbecke einen klaren Aufwärtstrend zu verzeichnen. Der ist jedoch mit dem heutigen Abend wieder unterbrochen.

Dabei begann die SG konzentriert und erspielte sich die erste Führung. Beim 10:9 (20.) waren die Gäste allerdings letztmalig in Front. Erlangen übernahm nun das Kommando. SG-Coach Maik Machulla hatte gerade Anton Lindskog in der Offensive an den Kreis geschickte, musste jedoch sofort umstellen und ließ - ungewohnt früh in einem Spiel - 7:6 spielen. Spielmacher Jim Gottfridsson war weggerutscht und musste raus, um behandelt zu werden. Johannes Golla und Simon Hald agierten nun gemeinsam am Kreis. Nach einer Zeitstrafe gegen Aaron Mensing kehrte Gottfridsson zwar kurzzeitig zurück, das Spiel der SG erlitt jedoch endgültig einen Bruch. Der Grund: ein Wechselfehler von Benjamin Buric. Erlangens Christoph Steinert verwandelte drei Siebenmeter am Stück und brachte sein Team 15:12 (28.) in Front. Zur Pause war der Vorsprung sogar noch ein Tor höher (16:12).

Nach dem Wechsel erwischte die SG einen schlechten Start und lag sofort mit fünf Treffern hinten. Beim 18:15 keimte Hoffnung auf, auch weil Mads Mensah Larsen endlich mal einen Konter laufen konnte und traf. Dazu gab es eine Parade von Kevin Møller, der frischgebackene Vater war zurück im Kader. Doch insgesamt blieb es aus SG-Sicht ein zähes Geschäft an diesem Tag. Der Rückstand wuchs auf sechs Treffer an (24:18/43. und 25:19/47.). Der starke Franz Semper benötigte Pausen, Ersatzmann und Youngster Oscar von Oettingen war bei seinem Kurzeinsatz in einigen Szenen überfordert und zudem wurden reihenweise beste Chancen liegengelassen. 

Machulla reagierte, nahm eine Auszeit. Er brachte Lasse Svan wieder ins Spiel, Marius Steinhauser hatte den Kapitän eine Zeit lang vertreten und auch Hampus Wanne bekam eine Pause. Emil Jakobsen führte sich gut ein und endlich lief der SG-Angriff. Mit einem Zwischenspurt verkürzten die Gäste auf 25:22 und zwangen Erlangen zur Auszeit. Benjamin Buric war zurück im SG-Kasten und hielt nun etliche Bälle.

Zu mehr sollte es allerdings nicht reichen. Jetzt war Erlangen wieder erfolgreich und nutzte das hohe Risiko der SG - es wurde wieder 7-6 gespielt - mit einem Doppelschlag aus. Nach einem Kempatrick-Tor durch den Ex-Flensburger Simon Jeppsson zum 28:23 (55.) nahm Flensburg die letzte Auszeit. Doch selbst mit offensiver Deckung in den Schlussminuten konnte das Pokalaus nicht verhindert werden.

6 okt 2021, 21:00
Ruwen Möller
rm@fla.de

STATISTIK

HC Erlangen - SG Flensburg-Handewitt 29:26 (16:12)

HC Erlangen: Ziemer, Ferlin - Sellin 3, Øverby 2, Marschall, Firnhaber 3, Büdel 4, Bissel 3, Link, Jeppsson 5, Steinert 9/5, Leban, Olsson, Zechel, Metzner

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Møller - Golla 4, Hald 2, Meyer-Siebert n. e., Svan 1, von Oettingen 1, Wanne 5/3, Steinhauser 1, Mensah Larsen 1, Gottfridsson 1, Jakobsen 3/1, Mensing 1, Lindskog, Semper 6

Zuschauer: 1853

Schiedsrichter: Fabian Baumgart (Altenheim) und Sascha Wild (Elgersweier)

Siebenmeter: 6/5:5/4 (Steinert scheitert an Buric - Wanne scheitert an Ferlin)

Zeitstrafen: 1:4 (Øverby - Buric, Mensing, Golla, Semper)