Die SG lässt im Titelrennen nicht locker

Mit unbändigem Willen und 125 Fans im Rücken hat die SG Flensburg-Handewitt den SC Magdeburg niedergerungen.

Magnus Jøndal machte ein gutes Spiel für die SG.
Magnus Jøndal machte ein gutes Spiel für die SG. Foto: Sebastian Iwersen

Flensburg. Im Rennen um die Deutsche Meisterschaft 2021 bleibt die SG Flensburg-Handewitt dran. Mit 33:30 (13:16) gewann das Team von Trainer Maik Machulla in einem Nachholspiel gegen den Dritten SC Magdeburg und liegt jetzt mit 58:6 Zählern wieder einen Punkt hinter Spitzenreiter THW Kiel. Die Kieler müssen nächste Woche in Magdeburg antreten. Durch den Sieg hat die SG aber nicht nur das Titelduell spannend gehalten, die Flensburger haben die Champions-League-Qualifikation perfekt gemacht und sind nun seit 54 Liga-Heimspielen in Serie unbesiegt (51 Siege, 3 Remis). Bemerkenswert: die Nordlichter zeigten einmal mehr eine schier unglaubliche Moral, verkrafteten erneut weitere Spielerausfälle und drehten wie schon im Hinspiel in Magdeburg einen Rückstand in einen Sieg.

Zum Spiel: Bei der SG fehlten Benjamin Buric, Jacob Heinl, Franz Semper, Lasse Møller und auch Alexander Petersson war diesmal gar nicht im Kader. Wie die SG unmittelbar vor Anpfiff mitteilte, ist der Isländer für ein paar Tage in die Heimat gefahren, um seine angeschlagene Achillessehne behandeln zu lassen. Er wird demnächst an der Förde zurückerwartet.

Hampus Wanne nahm überraschend nur auf der Bank Platz, schien aber angeschlagen, zumindest machte er beim Aufwärmen entsprechende Zeichen in Richtung medizinische Abteilung. Für ihn stand nach vielen Wochen und Monaten erstmals wieder Magnus Jøndal in der Startformation.

Auch Magnus Holpert erhielt diesmal früh Spielanteile. Jim Gottfridsson kassierte schon nach fünf Minuten eine erste Zeitstrafe und da auch Gøran Johannessen (Leiste) derzeit angeschlagen ist, kam der Youngster sofort ins Spiel.

Insgesamt erwischte die SG einen guten Start. Die Abwehr und vor allem Torbjørn Bergerud waren sofort auf Betriebstemperatur. Nach der ersten Parade peitschte der Keeper die Fans an. 125 von ihnen waren diesmal wieder zugelassen und machten mächtig Alarm. Die Stehtribüne der Hölle Nord war in Sitzplätze umgewandelt worden, doch entscheidend war, dass überhaupt wieder Publikum in die Halle kam. 

Es ging auf den Rängen, aber vor allem auf dem Feld sofort voll zur Sache. Die Teams schenkten sich nichts und auch die Gäste, frischgebackener European-League-Sieger, waren sofort drin. Mitte der ertsen Hälfte ging der SCM blitzschnell auf 10:7 (17.) weg. Die SG hatte in dieser Phase Probleme im Positionsangriff. Beim Rückstand von 8:11 (21.) nahm SG-Coach Maik Machulla eine erste Auszeit.

Die Hausherren verkürzten, aber Magdeburg blieb dank weniger Fehler und einer hohen Wurfausbeute im Angriff vorne. Zur Pause lag die SG mit 13:16 hinten. Vor allem im zweiten Teil des ersten Durchgang wurde es immer hektischer. Beide Teams waren immer wieder mit den Pfiffen der Unparteiischen unzufrieden. Machulla diskutierte immer wieder mit den Schiedsrichtern, von der Tribüne gab es viel Druck, aber es schien, als ob vor allem die SG durch die vielen Diskussionen aus dem Tritt geriet.

Heißes Duell

Zur zweiten Halbzeit ging es intensiv weiter. Am Spielfeldrand wurde in Sachen Diskussionen nicht nachgelassen und auf dem Feld kam vor allem die SG stark aus der Pause. Aus einem 14:18 machte sie - teilweise in Unterzahl (erneut hatte Gottfridsson eine frühe Zeitstrafe kassiert) - eine 19:18-Führung (39.). Bergerud hielt und hielt und vorne trafen seine Teamkollegen zuverlässig.

In dieser Phase blieb die SG stets vorne, ging immer wieder mit einem Treffer in Front. 

Da beide Seiten jetzt mehr oder weniger auf verbale Duelle untereinander oder mit den Schiedsrichtern verzichteten, wurde es zudem ein extrem gutes Handballspiel. Es ging hin und her. Kurz vor Ende hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Die Fans standen und Buric musste - wohl vor Nervosität - kurz die Halle verlassen. Er verpasste, wie Bergerud einen Siebenmeter von Omar Ingi Magnusson parierte und Gottfridsson auf 28:26 erhöhte. Magdeburg nahm eine Auszeit (55.). Kurz darauf ging Flensburg auf drei Treffer weg (29:26 durch Jøndal/56.). Diesen Vorsprung ließen sich die Gastgeber nicht mehr nehmen und feierten - gemeinsam mit ihren Anhängern einen wichtigen Heimsieg.

2 jun 2021, 20:44
Ruwen Möller
rm@fla.de

STATISTIk

SG Flensburg-Handewitt - SC Magdeburg 33:30 (13:16)

SG Flensburg-Handewitt: Bergerud, Fritz n. e., Backhaus n. e. - Golla 4, Hald 1, Svan 7, Wanne n. e., Jøndal 6, Steinhauser n. e., Mensah Larsen 5, Søgard n. e., Gottfridsson 7/2, Holpert, Rød 3

SC Magdeburg: Green, Thulin - Musa 1, Chrapkowski, Kluge, Steinert, Pettersson 4, Magnusson 7/4, Hornke, Gullerud 4, Mertens 7, O´Sullivan 2, Bezjak, Damgaard 4, Preuss 1

Zuschauer: 125

Schiedsrichter: Sebastian Grobe/Adrian Kinzel

Siebenmeter: 3/2:5/4 (Gottfridsson vergibt gegen Green - Bergerud hält gegen Magnusson)

Zeitstrafen: 4:4 (Gottfridsson 2, Golla 2 - Chrapkowski, Musa, Gullerud 2)