Abgekämpft zum Arbeitssieg

Eine müde SG Flensburg-Handewitt ist beim Tabellenschlusslicht HSC 2000 Coburg ihrer Favoritenrolle gerecht geworden.

Gøran Søgard Johannessen glänzte mit viel Zug zum Tor gegen den HSC 2000 Coburg.
Gøran Søgard Johannessen glänzte mit viel Zug zum Tor gegen den HSC 2000 Coburg. Archivfoto: Lars Salomonsen

Coburg. Es war ein hartes Stück Arbeit für die SG Flensburg-Handewitt, ehe der Tabellenletzte vom HSC 2000 Coburg endgültig besiegt war. Die Müdigkeit nach der Niederlage im Viertelfinale der Champions League gegen Aalborg Håndbold am vergangenen Donnerstag, war beim 29:25-Sieg deutlich sichtbar. Eine gute Abwehr mit einem soliden Torbjørn Bergerud dahinter und ein Angriff, bei dem Trainer Maik Machulla sich auch nicht scheute auf das ungeliebte sieben gegen sechs zurückzugreifen, waren am Ende genug. 

Bult im Trikot

SG-Trainer Maik Machulla musste in Coburg auf Linkshänder Alexander Petersson verzichten, da zudem auch Magnus Rød eine Knie-Blessur aus dem Champions League-Viertelfinale mitgebracht hat, durfte sich Co-Trainer Mark Bult ein Trikot überstreifen. Gegen den Tabellenletzten setzte Machulla aber zunächst auf eine neue Flügelzange mit Magnus Jøndal und Marius Steinhauser. Zudem startete Torbjørn Bergerud im Tor und auch der angeschlagene Magnus Rød war von Beginn an neben Johannes Golla, Jim Gottfridsson und Gøran Søgard Johannessen zu finden.

Die Gäste brauchten einige Minuten zu Beginn, um in die Partie zu finden. Im Angriff fand man ohne die ganz großen Probleme die Möglichkeiten, lies aber noch zu viele liegen. Ein Beispiel Magnus Jøndal, der gleich mit zwei großen Chancen an HSC-Oldie Jan Kulhanek scheiterte oder Jim Gottfridsson, dem ungewohnte technische Fehler unterliefen. Die Abwehr stand zudem ganz ordentlich, weshalb es zu Beginn ausgeglichen blieb.

Sorgsam wurde mit Magnus Rød umgegangen, der schon 14 Minuten seine erste Pause in der Offensive bekam. Die SG agierte entsprechend mit drei Rechtshändern im Rückraum und Co-Trainer Mark Bult durfte noch auf der Bank bleiben. In Wurflaune zeigte sich zudem Gøran Søgard Johannessen, der neben Johannes Golla, zu den besten Vollstreckern der Flensburger im ersten Durchgang avancierte.

Im Angriff schlichen sich aber immer wieder einfache Fehler ein und, um mehr Sicherheit zu bekommen griff Machulla überraschend zum Spiel im sieben gegen sechs. Die Heimmannschaft fing sich zwei Zeitstrafen kurz hintereinander und die Gäste konnten sich erstmals mit drei Toren absetzen. Bis zur Pause setzte sich die SG auf 15:11 ab. Auch, weil die Abwehr mit Torbjørn Bergerud dahinter gut arbeitete und den ein oder anderen Fehler in der Offensive verzieh. Allerdings war es, wie zu erwarten, kein spielerischer Leckerbissen  und eher harte Arbeit.

Harte Arbeit

 Auch nach Wiederbeginn stockte der Motor der SG Flensburg-Handewitt in der Offensive. Machulla rückte zunächst vom sieben gegen sechs ab, bei Spielmacher Jim Gottfridsson war allerdings die Knie-Blessur aus dem Aalborg-Spiel deutlich zu sehen. Trotz der Fehler in seinem Spiel, blieb der Schwede der Entscheider und hatte die Fäden fest in der Hand. Zudem spielte Gøran Søgard Johannessen seine Qualität gnadenlos aus. Das reichte den Gästen, um eine Vier-Tore-Führung zu behaupten.

Die SG fand zudem immer bessere Lösungen im ANgriff und musste auch nicht mehr auf das Spiel im sieben gegen sechs zurückgreifen. Gerade Mads Mensah Larsen zeigte nochmal seine individuelle Qualität.

Das reichte einer insgesamt sehr müde wirkenden SG Flensburg-Handewitt, die mit harter Arbeit und viel individueller Qualität zu einem verdienten 29:25-Sieg bei der HSC 2000 Coburg kam. Zeit zum Durchschnaufen habe die Flensburger aber nicht wirklich, am Mittwoch wartet das Viertelfinal-Rückspiel gegen Aalborg Håndbold.

16 maj 2021, 19:58
Timo Fleth
tif@fla.de

HSC 2000 Coburg - SG Flensburg-Handewitt 25:29 (11:15)

Statistik

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Poltrum - Preller, Norouzinehad, Spross 4, Kelm, Kassing, Nenadic, Billek 6/2, Mustafic, Zettermann 3, Varvne 2, Schikora, Kurch 4, Zeman 2, Schröder 4.

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Bergerud - Golla 4, Hald 1, Svan, Wanne 4/3, Jøndal, Steinhauser 4, Mensah Larsen 4, Søgard Johannessen 7, Gottfridsson 3, Holpert, Bult, Rød 2.

Zeitstrafen: 5:1.

Siebenmeter: 5:3.

Schiedsrichter: Thomas Kern/Thorsten Kuschel.

Zuschauer: -.