Die SG ist nicht zu stoppen

Zwar jagte ein Rückschlag den nächsten, aber die SG Flensburg-Handewitt war auch beim und vom SC Magdeburg nicht zu stoppen.

Wie zu erwarten war Magdeburg gegen Flensburg ein heißer Fight.
Wie zu erwarten war Magdeburg gegen Flensburg ein heißer Fight. Foto: Ronny Hartmann/dpa

Magdeburg. Jim Gottfridsson sprang auf der Tribüne auf und brüllte seine Freude raus. Der Schwede sprintete zu den Teamkollegen, die auf dem Spielfeld im Kreis umhertanzten. Trainer Maik Machulla umarmte jeden einzelnen und klatschte mit voller Wucht ab. Der Grund: Die SG Flensburg ist ganz offensichtlich von nichts und niemandem zu stoppen. Nach dem Erfolg im Derby gegen Kiel gelang dem Tabellenführer auch beim SC Magdeburg ein beeindruckender Sieg. Ohne vier Stammspieler, Verletzungen von Magnus Rød und Gøran Søgard während der 60 Minuten sowie einer frühen Roten Karte gegen Jim Gottfridsson, holte die SG erstmals seit dem 29.10.2011 wieder beide Punkte in Magdeburg. Mit 32:29 (18:17) siegte das Team aus dem hohen Norden.

Vor den Augen von Bundestrainer Alfred Gislason musste die SG kurzfristig auf Simon Hald verzichten. Der Kreisläufer fiel mit Unwohlsein während der Vorbereitung auf das Spiel aus. Zudem fehlten Jacob Heinl, Franz Semper und Lasse Møller verletzt.

Dafür war Mads Mensah Larsen wieder fit und spielte direkt von Beginn an. Ansonsten begann die SG mit der Startaufstellung wie zuletzt beim Derbysieg gegen Kiel. Zwischen Abwehr und Angriff wurde nicht gewechselt.

Diesmal dauerte es allerdings nur bis zur 12. Minute, bis Maik Machulla einen Torwartwechsel vornahm. Torbjørn Bergerud ersetzte Benjamin Buric, der lediglich ein Parade verbucht hatte.

Magdeburg erspielte sich vom Start weg eine knappe Führung. Beide Teams zeigten viel Tempo und leisteten sich im Angriff wenig Fehler. Es war ein intensives und schön anzusehenes Spiel.

Bittere Phase

Nach 20 Minuten eine bittere Phase für die SG. Beim Spielstand von 12:9 für den SCM foulte Jim Gottfridsson Magdeburgs Spielmacher Marko Bezjak. Die Unparteiischen werteten die Aktion als groben Kopftreffer und gaben dem Schweden die direkte Rote Karte. Als wäre das nicht genug, verletzte sich Magnus Rød kurz darauf. Bei einer Abwehraktion verdrehte sich der Norweger das linke Knie und musste ausgewechselt werden. Im Nachhinein betrachtet, sollten diese beiden Rückschläge der SG am Ende den Sieg einbringen. Während Magdeburg ab diesen Minuten immer mehr abbaute, zeigte die SG eine unglaubliche Moral und drehte das Spiel. 

Der überragende Johannes Golla, Mensah Larsen und die beiden eingewechselten Gøran Søgard sowie Alexander Petersson spielten jetzt stark auf und sorgten für den Ausgleich.

Kurz vor der Pause scheiterte Hampus Wanne zwar bei einem Strafwurf an Magdeburgs dänischem Keeper Jannick Green, dennoch ging die SG mit einem Treffer Vorsprung in die Pause. In Unterzahl nahmen die Hausherren den Torwart raus, verzettelten sich aber in der Flensburger Defensive. Hier agierte Søgard auf der Spitze und traf mit der Schlusssirene zum 18:17.

Rød zurück

Zur zweiten Halbzeit kam Rød, schwer bandagiert am linken Knie, zurück. Der Norweger konnte immerhin in der Abwehr wieder mitwirken. Und die stand jetzt felsenfest. Bergerud mit einer Parade und vorne Petersson und Golla beschehrten den Gästen eine 22:18 (36.)-Führung.

Von der Tribüne aus feuerte Gottfridsson die Teamkollegen an und gab Anweisungen. Auf dem Feld wurden die von seinen Mitspielern bestens umgesetzt.

Inzwischen mischte der junge Magnus Holpert als Mittelmann mit, denn für die SG kam es noch heftiger. Søgard musste an der rechten Hand behandelt werden, konnte kurz darauf aber wie mitspielen. Das Momentum war auf Seiten der SG, die sogar mit 25:20 (41.) in Führung ging. 

Danach kippte die Partie wieder zu Gunsten der Hausherren, die mit einem 5:0-Lauf zum 25:25 (48.) das Ergebnis wieder egalisierten. Per Doppelschlag von Hampus Wanne unterbrach die SG den eigenen Negativlauf. Bei Magdeburg war nun der Däne Michael Damgaard mit von der Partie und erzielte wichtige Tore für seine Farben.

Die SG behielt jedoch die Nerven und damit auch die Führung. Der SCM kam nicht mehr richtig in Schwung und die Gäste fighteten mit letzter Kraft bis zum Ende.

4 apr 2021, 15:13
Ruwen Möller
rm@fla.de

STATISTIK

SC Magdeburg - SG Flensburg-Handewitt 29:32 (17:18)

SC Magdeburg: Green, Thulin - Musa 2, Chrapkowski 3, Kluge, Steinert, Pettersson 3, Magnusson 7/3, Hornke, Gullerud, Mertens 3, O´Sullivan 7, Bezjak 2, Damgaard 2, Preuss

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Bergerud - Golla 8, Svan 3, Wanne 6, Jøndal n. e., Steinhauser n. e., Mensah Larsen 7, Søgard 5, Gottfridsson 1, Holpert, Petersson 2, Rød

Zuschauer: Keine

Schiedsrichter: Nils Blümel/Jörg Loppaschweski

Siebenmeter: 3/3:1:- (Wanne scheitert an Green)

Zeitstrafen: 1:2 (Steinert - Svan, Wanne)

Rote Karte: Gottfridsson (21. Foulspiel)