Golla zieht Bilanz und glaubt an Dänemark

Johannes Golla von der SG Flensburg-Handewitt hat sein erstes Turnier als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft hinter sich. Trotz allem fällt sein Fazit eher gut aus und er traut seinen dänischen Vereinskollegen den Titel zu.

Johannes Golla hat ein starkes Turnier gespielt.
Johannes Golla hat ein starkes Turnier gespielt. Foto: Marijan Murat/dpa

Bratislava. Wenn um 9 Uhr die Chartermaschine mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft vo Bratislava nach Frankfurt abhebt, sind nicht mehr viele Akteure an Bord. Die meisten, die sich während der EM mit Corona infiziert hatten, sind bereits abgereist. Einer der sich nicht angesteckt hatte und noch dabei ist, ist Johannes Golla. Der Kapitän des Nationalteams kann dann erstmals nach einem in vielerlei Hinsicht anstrengendem Turnier die Augen zu machen und sich auf ein paar freie Tage freuen.

»Der Abschluss hat nochmal widergespiegelt, was wir in dem Turnier gezeigt haben«, sagte der Kreisläufer der SG Flensburg-Handewitt, nach dem Sieg gegen Russland. »Wir haben phasenweise coolen Handball gespielt, aber auch wie Anfang der zweiten Halbzeit viele Fehler gemacht. Aber es war viel schöner diesmal mit zwei Punkten aus dem Spiel zu gehen.«

Zu Hause freue er sich vor allem »auf die Familie« und will sich »in den nächsten Tagen Gedanken machen, was hier sportlich gelaufen ist. Golla weiter: »Hoffentlich können wir viel Positives für die Zukunft mitnehmen.«

Der DHB-Kapitän meinte: »Wir können nach dem Turnier positiver in die Zukunft schauen als vorher. Viele Leute haben gezeigt, welches Talent sie haben und welche Leistung sie auf diesem Niveau bringen können. Wenn wir es schaffen, uns in den nächsten Jahren mehr einzuspielen, geht da was.«

Golla und alle anderen »brennen« bereits jetzt auf die Heim-EM und »spätestens da wollen wir bestmöglich vorbereitet sein.«

Sein erstes Turnier als Spielführer fand er »sehr lehrreich« und sagte: »Ich habe viele neue Dinge gelernt, musste  viel organisieren und viele schlechte Nachrichten verarbeiten. Aber ich freue mich auf mehr mit dieser Mannschaft.«

Den Titel traut er jetzt Dänemark um seine sechs Clubkollegen aus Flensburg zu. Doch nicht nur deswegen. »Sie spielen am konstantesten, jeder bringt seine Leistung und sie haben so viele gute Namen, einen unglaublich tiefen Kader.«

Auch ohne Corona meint Golla, dass die Teams, die im Halbfinale stehen den Weg dorthin gemacht hätten (neben Spanien, Schweden und Dänemark wird am Abend der letzte Teilnehmer zwischen Frankreich und Island ermittelt/Red.). Der DHB-Kapitän sagte jedoch abschließend: »Gesund hätten wir sicherlich eine besser Rolle gespielt. Ob es fürs Halbfinale gereicht hätte, weiß ich nicht. Es hat sich ein toller Teamgeist entwickelt. Das wird uns auch in Zukunft zusammenschweißen. Ich hoffe, dass wir noch ganz besondere Turniere erleben werden, gerne mit sportlichen Erfolgen«.

26 jan 2022, 8:22
Ruwen Möller
rm@fla.de