Vorerst kein EM-Rückzug: DHB-Team nominiert drei weitere Spieler nach

Deutschland will bei der Europameisterschaft trotz aller Corona-Ausfälle weiterspielen. Wegen der dynamischen Lage kann ein Rückzug aber zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Zudem gibt es Gedankenspiele, die Partie gegen Spanien zu verlegen.

Krisenmanager Alfred Gislason.
Krisenmanager Alfred Gislason. Foto: Marijan Murat/dpa

Bratislava. Nach der Entscheidung für einen vorzeitigen Verbleib bei der EM schließen die deutschen Handballer einen Rückzug vom Turnier bei weiteren Corona-Fällen dennoch nicht aus. »Die Situation ist dynamisch. Es kann durchaus sein, dass wir am morgigen Tag wieder eine andere Entscheidung treffen«, sagte der Vorsitzende des Deutschen Handballbundes (DHB), Mark Schober, am späten Mittwochabend in Bratislava. »Wir lassen von der Europäischen Handballföderation prüfen, zu welchen Bedingungen ein Rückzug zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist.« Zunächst sei man aber zum Schluss gekommen, »dass wir es verantworten können, im Turnier zu bleiben«.

Am Ende entschied sich der DHB laut Schober »nach medizinischen, sportlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten« gegen einen möglichen Rückzug von der Endrunde.

Trotzdem hat der DHB bei der EHF beantragt, das erste Hauptrundenspiel der deutschen Mannschaft am Donnerstag (18.00 Uhr/ARD) gegen Spanien auf Samstag oder Montag zu verlegen.

Bislang wurden bei der Europameisterschaft zwölf Nationalspieler positiv auf das Coronavirus getestet. Derzeit ist nicht auszuschließen, dass sich noch weitere Spieler mit dem Coronavirus infiziert haben. Am Mittwochabend wurde die DHB-Delegation erneut getestet, auch für Donnerstagmorgen ist eine PCR-Testreihe angesetzt.

Derweil sind mit Rechtsaußen Tobias Reichmann (MT Melsungen) sowie den Rückraumspielern David Schmidt und Lukas Stutzke (beide Bergischer HC) drei weitere Spieler nachnominiert worden.

„Wir haben in der Mannschaft darüber gesprochen, wie wir das Turnier fortsetzen und zu Ende bringen können. Das ist unser klares Ziel, alles andere war nicht unser Thema. Auch wenn wir alle auf Abstand unterwegs sind - so einen Zusammenhalt wie in den vergangenen Tagen habe ich selten erlebt. Jeder erkundigt sich nach dem anderen. Es wird alles von jedem in der gesamten Delegation in Bewegung gesetzt, um einander in dieser Lage zu helfen. Es ist etwas ganz Besonderes, das mitzuerleben. So seltsam es klingen mag: Ich habe die große Hoffnung, dass wir von diesem Zusammenhalt als Team in den nächsten Jahren profitieren können“, so DHB-Kapitän und SG-Kreisläufer Johannes Golla zur Situation.

19 jan 2022, 23:08
dpa