Modus, Favoriten, TV und SG-Stars: So läuft die EM in der Slowakei und Ungarn

Am Donnerstag beginnt die 15. Handball-Europameisterschaft. Das erst seit 1994 ausgetragene Kontinentalturnier steht dieses Mal ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Von der SG Flensburg-Handewitt sind elf Akteure dabei. Auch der DHK Flensborg ist vertreten.

Benjamin BUric nimmt zum zweiten Mal an einer EM teil.
Benjamin BUric nimmt zum zweiten Mal an einer EM teil. Archivfoto

Frankfurt/Main/Flensburg. Die-EM vom 13. bis 30. Januar findet in Ungarn und der Slowakei statt. Hier sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Turnier.

Wo werden die Endrundenpartien ausgetragen?

Es gibt fünf Spielorte - drei in Ungarn und zwei in der Slowakei. Die deutsche Mannschaft trägt ihre Vorrunden- und im Falle des Weiterkommens auch die Hauptrundenspiele in Bratislava aus. Zweiter slowakischer Austragungsort ist Kosice. Schauplätze in Ungarn sind Debrecen, Szeged und Budapest - dort werden auch die Medaillen vergeben. Sollte Dänemark die Vorrunde in Debrecen überstehen, geht es zur Hauptrunde in die ungarische Hauptstadt.

Wie ist der EM-Modus?

Es gibt sechs Vorrundengruppen mit jeweils vier Mannschaften. Die beiden besten aus jeder Gruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde, in der in zwei Gruppen mit jeweils sechs Teams weitergespielt wird. Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten jeder Hauptrundengruppe erreichen das Halbfinale. Die beiden Drittplatzierten bestreiten das Spiel um Platz fünf.

Auf wen trifft die deutsche Mannschaft?

Die DHB-Auswahl bekommt es in der Vorrundengruppe D mit Belarus, Österreich und Polen zu tun. Bei einem Weiterkommen sind in der Hauptrunde unter anderen Titelverteidiger Spanien, der Olympia-Dritte Norwegen, der ohne die beiden verletzten Flensburger Magnus Rød und Gøran Johannessen antritt, und der WM-Zweite Schweden um das SG-Duo Hampus Wanne und Jim Gottfridsson (Anton Lindskog steht im erweiterten Kader) potenzielle Gegner des deutschen Teams.

Auf wen trifft die dänische Mannschaft?

Der zweifache EM-Sieger (2008 und 2012) bekommt es in der Vorrunden-Gruppe A mit Montenegro, Slowenien und Nordmazedonien zu tun. Montenegro war 2008 bei seiner ersten EM-Teilnahme bereits einmal Gegner der Dänen. Damals im Einsatz für Montenegro: ein gewisser Alen Muratovic, der im folgenden Sommer zur SG Flensburg-Handewitt wechselte. Dort traf er auf Ljubomir Vranjes, der heute Coach von Slowenien ist.

Wer sind die EM-Favoriten?

Gleich mehrere Teams dürfen sich Hoffnungen auf den Titel machen. An erster Stelle zu nennen sind Olympiasieger Frankreich, Weltmeister Dänemark und Europameister Spanien. Aber auch Norwegen, Schweden und Kroatien zählen traditionell zu den Medaillenanwärtern.

Mit welchen Aussichten geht das deutsche Team ins Turnier?

Die Schützlinge von Alfred Gislason sehen sich eher in der Außenseiterrolle. »Wir sind kein Kandidat für eine Medaille, deshalb reden wir auch nicht davon«, sagt der Bundestrainer. Die letzten großen Erfolge gelangen 2016 mit dem EM-Triumph in Polen und Olympia-Bronze in Rio. Seither blieb die DHB-Auswahl bei allen großen Turnieren ohne Edelmetall.

Wo kann man die EM-Spiele sehen?

Alle deutschen Auftritte werden im klassischen Fernsehen bei ARD und ZDF sowie beim Internetanbieter »sportdeutschland.tv« gezeigt. Der Online-Sportsender überträgt alle Partien der Endrunde - allerdings gegen eine Gebühr von zwölf Euro. Ohne zusätzliche Bezahlung gibt es neben den deutschen Spielen bis zu 18 weitere Begegnungen bei Eurosport zu sehen. In Dänemark zeigt TV2 die EM. Insgesamt wird das Turnier in 114 Ländern gezeigt, wie die Veranstalter am Mittwoch erklärten.

Welche Flensburger sind dabei?

Neben den erwähnten Schweden stellt Dänemark die größte SG-Crew. Im Kader stehen Kevin Møller, Lasse Svan, Simon Hald, Mads Mensah Larsen, Emil Jakobsen und Aaron Mensing. Zudem ist Kai Johannsen vom DHK Flensborg als Teambetreuer dabei. Für Island spielt Teitur Einarsson und für Bosnien-Herzegowina Benjamin Buric. Die DHB-Auswahl wird angeführt von Kapitän und Kreisläufer Johannes Golla.

Was ist mit Corona?

Die Pandemie hält die Teams schon im Vorfeld in Atem. Viele Endrundenteilnehmer vermeldeten in der Vorbereitung positive Corona-Fälle. Die deutsche Mannschaft blieb davon bislang verschont. Alle EM-Teilnehmer - Spieler, Trainer, Funktionäre - müssen geimpft sein. In Ungarn (100 Prozent) und der  Slowakei (25 Prozent) sind Zuschauer erlaubt.  

Den EM-Spielplan gibt es hier.

12 jan 2022, 18:01
Eric Dobias, dpa/Ruwen Möller
sport@fla.de