Lessmann fliegt am Podium vorbei

Die Flensburgerin Lara Lessmann ist bei den European Championships in München im BMX-Freestyle der Frauen auf dem vierten Platz gelandet.

Das Finale lief nicht nach der Vorstellung von Lara Lessmann.
Das Finale lief nicht nach der Vorstellung von Lara Lessmann. Foto: dpa

Timo Fleth

tif@fla.de

fredag d. 12. august 2022 kl. 17:38

München. Mit dem klaren Ziel, eine Medaille mitzunehmen, ist die Flensburgerin Lara Lessmann bei den European Championships in München angetreten. Am Ende schrammte die 22-jährige BMX-Fahrerin in der Disziplin Freestyle/Park mit Platz vier denkbar knapp am Podium vorbei.

Neue Europameisterin ist die bis dahin eher wenig bekannte und erst 16-jährige Iveta Miculyčová aus Tschechien, die schon in ihrem ersten Durchgang die gewinnbringenden 80,00 Punkte einfahren konnte. Auf Platz zwei landete ebenso überraschend die deutsche Kim Lea Müller, die mit 78,60 Punkten einen sauberen zweiten Durchgang hinlegte. Platz drei ging an die Französin Laury Perez, die im ersten Durchgang auf 78,20 Punkte kam.

Lessmann, die mittlerweile den Flensburger Skatepark Schlachthof hinter sich gelassen und im Berliner Mellow Park ihre Zelte aufgeschlagen hat, hatte in der Qualifikation mit Platz drei überzeugt und war sich ich Nachgang sicher: »Es geht auf jeden Fall noch mehr. Am Nachmittag kam der Wind raus. Ich denke, für Freitag sind die Wetterbedingungen besser und da werde ich auch mehr zeigen können.«

Danach sah es im Finale zunächst auch grundsätzlich aus. Lessmann legte einen soliden ersten Durchgang mit 75,30 Punkten hin. Das absolute Highlight, das noch einige Zähler hätte bringen können, fehlte dabei aber noch - trotz 14 Tricks und einer Höchstschwierigkeit.

Die erhoffte Besserung im zweiten Durchgang blieb aber aus. Der veränderte Fahrweg und einige neue Tricks halfen nicht. Der Rhythmus und der Flow fehlten der Flensburgerin, die nach dem Wettkampf erstmal die tröstenden Arme ihrer Trainer suchte.

Ob es auch noch an den Nachwirkungen ihrer vor Olympia in Tokio erlittenen Schulter- und Schlüsselbeinverletzung und den immer noch acht Schrauben und der Titanplatte lag oder ob es der Druck war, unbedingt in die Medaillenränge fahren zu wollen, war im Nachgang nicht zu sagen. Am Ende blieb bei Lara Lessmann aber die Enttäuschung, in München ohne Edelmetall geblieben zu sein.