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Der Eingangsbereich des versteckten Wohnviirtels gleich hinter den Häusern der Apenrader Straße. (Foto: Uwe Sprenger)

So manche Sorgenfalte im Tempelhof in Flensburg

Sanierung

Trotz gegenteiliger Versprechen des SBV befürchten Bewohner Mieterhöhungen, die ihr Budget übersteigen könnten.

Uwe Sprenger (us@fla.de)

lørdag, 17.05. 2014 10:30

FLENSBURG. Tempelhof heißt bekanntlich ein Stadtteil in Berlin. Doch auch in Flensburg gibt es ein kleines Wohnquartier mit dem Namen. Vermutllich wegen der Hinterhof-Lage und des verschachtelten Grundrisses wurde es im Volksmund nach dem Berliner Stadtteil benannt. Doch genau weiß das keiner. Wegen der versteckten Lage in der 2. Reihe der Apenrader Straße kennen das Quartier auch viele Flensburger nicht. Kurz vor dem Ostseebadweg geht es an der Ostseite der Apenrader Straße rechts durch eine Einfahrt in den Tempelhof. Um drei Grünbereiche gruppieren sich dort acht zwei- bis dreigeschossige Wohnblöcke aus den 1920er Jahren mit bunten Putzfassaden.

Befürchten Mieterhöhungen

Die rund 120 Bewohner wissen die Ruhe der Hinterhof-Lage zu schätzen. Manche haben auch Tische und Stühle vor die Tür gestellt, um an wärmeren Tagen draußen zu sitzen. In den Wohnungen ist auch nicht viel Platz. Meist handelt es sich um 45 Quadratmeter große Wohnungen mit zwei Zimmern. Manche der Wohnungen sollen noch nicht einmal ein Bad haben.

Dafür ist der Wohnraum im Tempelhof günstig. Und das ist für die meist älteren Bewohner am allerwichtigsten. Sie haben keine hohen Einkünfte, müssen mit jedem Cent rechnen.

Deswegen erfüllt viele Bewohner die bevorstehende Sanierung des Quartiers nicht nur mit Freude. Sie befürchten, dass es danach zu Mieterhöhungen kommt, die sie sich nicht mehr leisten können, auch wenn die als sehr sozial bekannte Eigentümerin, die Wohnungsbaugenossenschaft Selbsthilfe-Bauverein (SBV), sehr moderate Erhöhungen nach erfolgter Sanierung versprochen hat.

»20 bis 30 Euro könnte ich für eine modernisierte Wohnung höchstens drauflegen. Mehr ist bei meiner kleinen Rente nicht drin«, berichtet ein älterer Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte. So wie ihm geht es auch vielen anderen Tempelhofern.

Infoveranstaltung

Alle von ihr gewünschten Maßnahmen will der Selbsthilfe-Bauverein auch in Angriff nehmen. Die dafür fälligen Mieterhöhungen werden nach Auskunft des SBV-Vorstandsmitgliedes Jürgen Möller aber sehr unterschiedlich ausfallen.

»Ein Drittel der Wohnungen wird mit öffentlichen Fördergeldern saniert. Für diese Wohnungen wird die Erhöhung nur bei 5,20 Euro liegen«, gibt er auf Anfrage unserer Zeitung zu Protokoll. Die übrigen Mieter müssten nach abgeschlossener Sanierung mit Erhöhungen zwischen 15 und 50 Euro rechnen. Die Unterschiede würden sich aus dem sehr unterschiedlichen Modernisierungszustand der einzelnen Wohnungen ergeben. »Wir wollen aber auf jeden Fall in dem Rahmen bleiben, der für Transfer-Leistungsempfänger bei den Kosten für die Unterkunft übernommen wird«, sagt Möller zu. Das habe man dem Tempelhofern schon bei einer Infoveranstaltung versprochen.