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mandag, 08.02. 2016 14:37, Raning Krueger (rk@fla.de)

Karl Otto Meyer ist tot

Nachruf

Karl Otto Meyer

Karl Otto Meyer (Foto: Martina Metzger)

Schafflund. Karl Otto Meyer, früherer Landtagagsabgeordnete für den SSW (1971-1996) in Kiel, ist tot. Er starb Sonntag Abend nach längerer Schwäche und dennoch plötzlich daheim in Schafflund in der Nähe Flensburgs, schreibt Flensborg Avis. Der politische Vorkämpfer der dänischen Minderheit wurde 87 Jahre alt.

KarlOtto Meyer war 1964 bis 1982 zich Chefredakteur von Flensborg Avis. Schon als 14-jähriger Schüler der Duborg-Skolen in Flensburg entschied er sich während eines Besuchs im dänischen Folketing Politiker zuwerden. Als 16-jähriger wurde er zum Kriegsdienst für das Hitler-Regime eingezogen. Als Zeuge von Kriegsverbrechen in Polen desertierte Meyer und schloß sich der dänischen Widerstandsbewegung auf Fünen an um gegen die Nazidiktatur zu kämpfen.

Im Gegensatz zu Willy Brandt, auf den Meyer wie die meisten Skandinavier grosse Stücke hielt, sah Meyer jedoch keine Notwendigkeit für eine eidestattliche Erklärung, dass er während des Krieges niemals gegen deutsche Staatsbürger gekämpft habe. Dass Meyer dennoch Politiker wurde ist vor allem der CDU zu verdanken.

Karl Otto Meyers Rede gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands 1952 bewog die CDU-geführte Landesregierung dazu, ihm Berufsverbot als Lehrer an der dänischen Schule in Husum zu erteilen. Nach vierjährigen für Meyer erfolgreichen Prozessen hatte er sich für den Redakteur-Job bei Flensborg Avis entschieden. 1971 löste er den Friesen Berthold Bahnsen als SSW-Abgeordneter im Landtag ab, wo er rasch den Ruf eines volksnahen, aber nicht populistischen Politikers erhielt. Die Gleichstellung der Minderheiten, die Stärkung des Landesteils Schleswig und Geselllschaftspolitik nach skandinavischem Vorbild standen ganz oben auf der Tagesordnung von Karl Otto Meyer, der 1928 in Adelbylund bei Flensburg geboren wurde.