Betriebskosten: Darauf sollten Mieter achten

Mieterinnen und Mieter zahlen nicht nur ihre Miete, sondern kommen auch für laufende Nebenkosten auf. 

Billede
Foto: VLH/Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. - VLH/obs

Flensburg. Aufzug, Heizung, Versicherungen: Vermieterinnen und Vermieter können Mieterinnen und Mietern an den laufenden Kosten ihrer Immobilie beteiligen. Was in der Theorie einfach klingt, sorgt in der Praxis jedoch immer wieder für Streit. 

Denn nicht immer läuft bei der Abrechnung der Betriebskosten alles glatt, und es kommt zu Fehlern. Häufig werden zum Beispiel Kosten abgerechnet, die eigentlich keine sind, so die Experten. 

Zeitraum der Abrechnung beachten

Die Betriebskostenabrechnung muss spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraumes vorgelegt werden. Der Abrechnungszeitraum entspricht dabei meistens einem Kalenderjahr.

Im Klartext heißt das: Die Abrechnung für das Jahr 2021 muss dem Mieter bis spätestens 31.12.2022 zugeschickt werden. Erhält der Mieter die Abrechnung erst im Januar 2023, ist diese in der Regel verfristet und der Vermieter kann daraus keine Nachzahlung mehr vom Mieter verlangen.

Eventuelle Guthaben – auch Rückzahlungen vom Vermieter an den Mieter kann es bei einer Betriebskostenabrechnung heben – sind davon allerdings nicht betroffen, und der Mieter kann auch bei verspäteter Abrechnung die Auszahlung seines Guthabens verlangen.

Bestimmte Positionen im Blick behalten

Ein typischer Fehler bei der Nebenkostenabrechnung sei Experten zufolge die Position Hausmeister. Gartenpflege und/oder Treppenhausreinigung gehören zu den typischen Hausmeisterarbeiten. Werden diese Kostenarten allerdings einzeln abgerechnet, obwohl es einen Hausmeister gibt, sollte der Mieter dringend nachhaken, da sonst die Gefahr einer Doppelbezahlung bestehe, heißt es. 

Auch Verwaltungskosten, wie Ausgaben für die Hausverwaltung, Bankgebühren, Porto, Zinsen oder Telefon dürfen nicht auf den Mieter umgelegt werden. 

Gleiches gilt für Reparaturkosten, die immer Sache des Vermieters sind und nicht anteilig vom Mieter mit getragen werden dürfen.

Was tun bei Fehlern?

Findet der Mieter auf der Betriebskostenabrechnung einen Fehler, muss er dies dem Vermieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats, am besten aber unmittelbar, mitteilen, nachdem er die Abrechnung erhalten hat. Ist diese Frist abgelaufen, kann die Betriebskostenabrechnung vom Mieter in der Regel nicht mehr beim Vermieter beanstandet werden. Daher sei es zwingend notwendig, so Experten, eventuelle Unstimmigkeiten möglichst sofort zu melden. 

12 jan 2022, 20:19
Inga Schneider
inga@fla.de