Dank an die Fans. Am vergangenen Sonntag trafen die Teams vom Roten Stern Flensburg in der Kreisklasse C direkt aufeinander. Auf dem Platz des VfB Nordmark siegte die »Erste« (dunkles Trikot, links) deutlich mit 7:2 gegen die wacker kämpfende zweite Mannschaft. Rund 85 Zuschauer verfolgten das Match.

Dank an die Fans. Am vergangenen Sonntag trafen die Teams vom Roten Stern Flensburg in der Kreisklasse C direkt aufeinander. Auf dem Platz des VfB Nordmark siegte die »Erste« (dunkles Trikot, links) deutlich mit 7:2 gegen die wacker kämpfende zweite Mannschaft. Rund 85 Zuschauer verfolgten das Match. (Foto: FlA)

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Roter Stern fürchtet das Aus

Fußball

Roter Stern Flensburg hat keine Spielstätte für die neue Saison. Weil der TSV Glücksburg seinen Platz zur neuen Saison selber braucht, steht der Flensburger Fußballverein vor einer ungewissen Zukunft.

Marc Reese (mr@fla.de)

tir, 17. maj 2011, 19:15

FLENSBURG/GLÜCKSBURG. Der Fußballverein Roter Stern Flensburg bangt um seine Existenz. Seit Monaten hat der Verein, der momentan beim TSV Glücksburg trainiert und spielt, händeringend dafür gekämpft, in Flensburg eine neue sportliche Heimat zu finden - bisher ohne Erfolg. Doch jetzt kommt es für die Fußballer des 2008 gegründeten Vereins sogar noch deutlich schlimmer:

»Zur kommenden Saison können wir die Anlage in Glücksburg nicht mehr nutzen, weil der Heimatverein den Platz verstärkt selbst braucht. Dadurch hat sich die Situation für uns drastisch verschlechtert, denn sollte uns seitens der Stadt Flensburg keine Möglichkeit gegeben werden, einen Punktspielbetrieb in Flensburg durchzuführen, stünde unser Verein vor dem Aus«, sagt Till Arfsten, Vorstandsmitglied von Roter Stern Flensburg.

Zwei neue Teams

»Ab nächster Saison kommen zwei neue Männerteams hinzu. Mit dann fünf Seniorenteams wird es zu eng«, bestätigt Ottmar Ludwig, Spartenleiter Fußball beim TSV Glücksburg, die für den »Roten Stern« schlimme Situation. »Wir sind super mit dem Verein ausgekommen, es hat keine Probleme gegeben. Doch die Vorgabe besagt, dass der Heimatverein an erster Stelle bei der Nutzung kommt«, erklärt Ludwig.

Der Rote Stern steht damit quasi mit dem Rücken zur Wand. Der Verein mit seinen rund 85 Mitgliedern (davon ca. 50 in der Fußballsparte) braucht schleunigst eine neue Lösung. »Unsere beiden Mannschaften in der Kreisklasse C können ihre insgesamt noch drei ausstehenden Heimspiele in Glücksburg austragen. Wir sind dankbar, dass uns Glücksburg geholfen hat, doch wenn wir in der nächsten Saison auch dabei sein wollen, dann müssen wir dem Kreisfußballverband bis spätestens zum 30. Juni sagen, wo wir kommende Saison spielen«, erklärt Till Arfsten. Momentan kann er das nicht.

Hilfe erhofft sich der Verein nun aus Flensburg. Per E-Mail wurde bereits Kontakt zum Sportausschussvorsitzenden gesucht, und auch Glücksburgs Verwaltungschef John Witt weiß aus einem Gespräch mit Vertretern beider Vereine um die neue Situation.

Die Verantwortlichen von Roter Stern Flensburg fühlen sich schon lange hingehalten und in Flensburg unerwünscht. Kai-Uwe Kolas, damals Vereinsvorsitzender, verließ im Oktober 2010 tief geknickt eine Sportausschusssitzung mit den Worten »Wieder nichts. Seit einem Jahr geht das jetzt so, das ist wirklich enttäuschend«, weil für den Verein mal wieder kein Fortschritt erkennbar war. Im Anschluss daran wurde die Herrichtung von Schulsportplätzen von Stadt und Politik für zu teuer befunden (wir berichteten), jüngst war - unabhängig vom »Fall« Roter Stern Flensburg - ein weiterer Kunstrasenplatz in der Diskussion, dessen Bau Ralf Ebelt von den Kommunalen Immobilien (KI) in der jüngsten Sitzung des Bildungs- und Sportausschusses auf rund 500.000 Euro bezifferte.

Den Roten Stern Flensburg hat all das bislang nicht weitergebracht.