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Könnte zum Hotel umgebaut werden: die Bonte-Kaserne in Sonwik.

Könnte zum Hotel umgebaut werden: die Bonte-Kaserne in Sonwik. (Foto: Martina Metzger)

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Hotelpläne nun auch in Sonwik

Gastgewerbe

Bonte-Kaserne könnte nach neuem B-Plan zu Beherbergungsbetrieb umgebaut werden.

Uwe Sprenger (us@fla.de)

ons, 03. nov 2010, 21:15

FLENSBURG. Zu den bereits existierenden Hotel-Planungen in der Stadt könnte noch eine weitere am Wasser kommen: Die Sonwik-Verwaltungsgesellschaft hat inzwischen auch die ehemalige Bonte-Kaserne am Ostrand des Klärwerk-Geländes erworben. Und als eine Nutzungsmöglichkeit fasst sie neben Büros und Wohnungen auch die Einrichtung eines Beherbergungsbetriebes ins Auge. Entsprechende Gerüchte bestätigte gestern der Geschäftsführer der Gesellschaft, Torsten Koch, im Gespräch mit Flensborg Avis.

»Der Umbau der Bonte-Kaserne zu einem Hotel ist eine interessante Nutzungsoption. Das Gebäude hat genau die richtige Größe, und ein Beherbergungsbetrieb könnte den Standort Sonwik weiter nach vorne bringen«, sagte er.

6000 Quadratmeter

Die Einrichtung eines Hotels in dem zuletzt von der Bundespolizei genutzten Gebäude wäre auch nicht so aufwendig. Der viergeschossige Bau mit einer Nutzfläche von rund 6000 Quadratmetern sei bereits entkernt und könne mit relativ geringen Mitteln »eine gute Optik mit viel Charme« bekommen.

Die Option einer Hotelnutzung werde aber nur zur Umsetzung kommen, wenn es in nächster Zeit nicht zur Eröffnung weiterer neuer Hotels in der Stadt kommt. »Man kann nicht zehn Hotels in Flensburg haben«, betonte Koch.

Voraussetzung für alle weiteren Nutzungsüberlegungen sei aber die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes. »Der bestehende B-Plan lässt bisher nur eine behördliche Nutzung zu«, so der Geschäftsführer.

Den Weg für einen neuen Bebauungsplan haben die Kommunalpolitiker aber bereits geebnet. Auf der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses der Ratsversammlung fassten sie den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan »Kläranlage Kielseng/Ehemalige Bonte-Kaserne (Nr. 175)«.

Immissionsschutz

Im Rahmen des B-Plan-Verfahrens wird auch ein neues Immissionsschutzgutachten gefertigt. Damit soll sichergestellt werden, dass es in der Bonte-Kaserne nur zu Nutzungen kommt, die mit dem Betrieb des benachbarten Klärwerks und der Werft vereinbar sind.

Torsten Koch von der Sonwik-Investorengruppe glaubt aber nicht, dass ein neues Gutachten größere Beeinträchtigungen feststellen wird. »Die Geruchs-Emissionen des Klärwerks wurden in den letzten Jahren abgestellt. Und der Geräuschpegel der Werft wird von den derzeitigen Bewohnern Sonwiks als »maritime Begleitmusik« und nicht als Belästigung empfunden«, so Koch.

Dennoch will er den Augang des B-Plan-Verfahrens noch abwarten. »Eine Entscheidung zur weiteren Projektentwicklung wird erst im Frühjahr fallen«, betonte er.

Die Bonte-Kaserne gehört nicht zu der ursprünglichen Bebauung des Marinestützpunktes Mürwik, der nach der zivilen Umnutzung heute Sonwik heißt. Die Kaserne wurde erst gegen Ende des Zweiten Weltkriegs fertiggestellt. Sie wurde damals nach dem Kommodore der deutschen Kriegsmarine, Friedrich Bonte, benannt. Er war bei den Kämpfen um Narvik in Nordnorwegen im April 1940 gefallen.